Katholische Kirche: „Flüchtlinge sind das Fleisch der Kirche“


Privataudienz bei Papst Franziskus Anfang September. Foto: Privat
Bischof Jacques Gaillot wurde vor 20 Jahren seines Amtes enthoben. Jetzt traf er mit dem Papst zusammen und spricht im Interview über Reformen in der katholischen Kirche und Amtsbrüder, die auf der Bremse stehen.

Von Joachim Frank|Frankfurter Rundschau

Herr Bischof, sehen Sie Ihren Besuch bei Papst Franziskus – 20 Jahre nach Ihrer Amtsenthebung – als Rehabilitierung?
Der Papst hatte von sich aus den Wunsch, mit mir zusammenzutreffen. Als ich ihn sah, habe ich ihm gedankt und ihm gesagt: „Ich habe eigentlich nichts zu wollen und zu fordern, aber ich bin gekommen im Namen all der Ausgeschlossenen, für die und mit denen ich arbeite. Und die sind sehr glücklich, vielleicht mehr als ich, dass Sie mich empfangen.“ Aber ich bin natürlich sehr froh: Es hat sich nach 20 Jahren eine Wunde geschlossen. Was ich immer getan und gewollt habe, wurde nun von höchster Stelle wahrgenommen. Es gibt – in aller Bescheidenheit – ein gemeinsames Projekt, nämlich die Zuwendung zu den Menschen, die es am nötigsten haben. Das hat dieses Gespräch bezeugt.

Ist der Konflikt nun für Sie ausgestanden?
So verstehe ich dieses Zusammentreffen. Der Papst begrüßte mich mit den Worten: „Wir alle sind Brüder!“

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