Der Krieg im Nahen Osten hat erst begonnen


Symbolbild. Bild: RMC
Symbolbild. Bild: RMC
Wie umgehen mit dem Islam und militantem Islamismus? Europa sollte sich schleunigst freimachen von pazifistischen Illusionen und Wehleidigkeiten und endlich zu einem robusten Realismus zurückfinden

Von Eugen Sorg|derStandard.at

Ende Mai dieses Jahres nahmen die Krieger des Islamischen Staates (IS) die antike Oasenstadt Palmyra ein. Mit ihrem charakteristischen Feinsinn für sadistische Ästhetik choreografierten die Eroberer die Hinrichtung gefangener gegnerischer Soldaten. Auf der atemberaubend spektakulären Bühne des römischen Amphitheaters mitten in der syrischen Wüste ließen sie 25 Gefangene niederknien, und nachdem ein Sprecher deren Todesurteil deklamiert hatte, marschierten IS-Kämpfer auf, meist Jugendliche, postierten sich hinter den Todgeweihten und schnitten ihnen synchron mit einem Dolch den Kopf ab.

Das zahlreiche Publikum schaute fasziniert zu.

Es sollte die letzte Aufführung in diesem Theater sein. Danach konzentrierten sich die bärtigen Kalifatsanhänger auf die systematische Zerstörung des antiken Palmyra. Erst kürzlich sprengten sie den weltberühmten Baalshamin-Tempel und enthaupteten den langjährigen Direktor des Antikendienstes, einen der besten Archäologen des Landes. Den Rumpf des 82-jährigen Gelehrten hängten sie an eine römische Säule.

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