Cizre: „Alles ist kaputt. Es sieht hier aus wie in Kobani“


Foto: AP Bewohner der türkisch-kurdischen Stadt Cizre können nach einer Ausgangssperre wieder ihre Häuser verlassen. Die Stadt ist schwer gezeichnet von den Kämpfen zwischen PKK und türkischem Militär
Die Gefechte zwischen PKK und Militär im türkisch-kurdischen Cizre sind vorbei, die Ausgangssperre aufgehoben. Zurück bleibt eine verwüstete Stadt, sagt die Bürgermeisterin. Und sie muss gehen.

Von Deniz Yüzel|DIE WELT

Neun Tage lang herrschte in der türkisch-kurdischen Stadt Cizre Ausgangssperre; neun Tage lang waren die rund 110.000 Einwohner von der Außenwelt abgeschnitten, während sich im Ort Armee und Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) heftige Gefechte lieferten. Laut Regierung kamen dabei 32 PKK-Kämpfer ums Leben. Abgeordnete und sogar Minister von der prokurdischen Demokratiepartei der Völker (HDP) durften in dieser Zeit die Stadt nicht betreten. Am Samstag wurde die Ausgangssperre aufgehoben. „Die Welt“ erreichte die Bürgermeisterin Leyla Imret am Telefon. Genauer: die bisherige Bürgermeisterin von Cizre.

Denn am Freitag wurde sie von Innenminister Selami Altinok abgesetzt. Leyla Imret ist 28 Jahre alt und wuchs in Osterholz-Scharmbeck bei Bremen auf. 2014 wurde sie mit 81,6 Prozent der Stimmen gewählt.

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