Die Traditionsgemeinschaft stirbt


Vielfalt beginnt schon im Individuum. picture alliance
Gesellschaften werden in Zukunft multikulturell, multiethnisch und multireligiös sein. Traditionelle Milieus und landsmannschaftliche Eigenarten lösen sich auf. Die Frage ist, wie wir die Multi-Gesellschaft gestalten

Von Alexander Grau|Cicero

„Politik ist die Kunst der Möglichen“, sagte Winston Churchill. Doch um das Mögliche zu leisten, muss man die Realität zur Kenntnis nehmen und das schonungslos, offen, ohne Wunschdenken und weltanschauliche Scheuklappen.

Zur heutigen Realität gehört die Multi-Gesellschaft. Wir werden eine Multi-Gesellschaft sein: multikulturell, multiethnisch und multireligiös. Homogene Gesellschaften gehören in Europa – im Grunde aber weltweit – der Vergangenheit an. Das hat viele Gründe. Da ist zum einen die so oft beschriebene Individualisierung. Sie führt dazu, dass sich kulturelle Traditionsgemeinschaften auflösen.

Menschen gestalten ihr Leben autonom, aufgrund ihrer individuellen Wertvorstellungen, ihrer Lebensideale. Es entstehe Subkulturen, in die man nicht hineingeboren wird, sondern für die man sich entscheidet. Nicht die Herkunft bestimmt den Lebensstil, sondern die Entscheidung des Einzelnen.

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2 Comments

  1. Ich lebe in einer Multi Gesellschaft. Spanien hat bei 46 Millionen über 5 Millionen Nordlichter (Rentner und Lebenskünstler), die hier dauerhaft leben. Die konzentrieren sich auf die schönen Küstenregionen und setzen sich aus 20 – 30 verschiedenen Nationalitäten zusammen.

    Das funktioniert bestens, solange jeder sich ein wenig zurückhält und anpaßt. Dem geringen Rest an Großkotzen, Selbsdarstellern und krankhaften Ausschneidern geht hier bald die Luft aus, den links und rechts von ihnen wohnen Menschen, die im Leben wirklich etwas zu sagen hatten. Allein in meiner Straße sind es 2 ex-Botschafter und 3 Firmenbesitzern aus 3 Ländern neben einfachen Spaniern, denen bereits am 20ten eines jeden Monats das Geld ausgeht

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