Gender: Wann ist ein Mann ein Mann?


foto: istock/eraxion Das Gehirn von Frauen und Männern verarbeitet Reize von außen unterschiedlich. Gene, Hormone und Umwelt spielen bei der Erfassung der Welt eine entscheidende Rolle.

Das männliche Gehirn unterscheidet sich vom weiblichen – wie sich das aufs Denken und Handeln auswirkt, ist Gegenstand zahlreicher Forschungen

Von Tanja Paar|derStandard.at

Die Wissenschaft ist ein Kind ihrer Zeit: „Der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist gerade einmal 27 Zentimeter lang“, schreibt der Epidemiologe Robin Haring in seinem aktuellen Buch „Die Männerlüge“.

Damit sei „aber nicht die Länge des männlichen Fortpflanzungsorgans gemeint, sondern das 1991 entdeckte ‚Männer-Gen‘. Mit der Entdeckung der ’sex determing region of Y-Gen‘ (SRY) wurde jenes Zusammenspiel von Genen und Hormonen aufgeklärt, das aus Trägern des Y-Chromosoms richtige Männer macht“, schreibt er. Und er setzt noch eines drauf: „Denn von Natur aus sind zunächst alle Menschen weiblich.“

Am Anfang waren die Hoden

Damit aus dem weiblich ausgerichteten Urprogramm ein Mann entstehe, müsse erst ein „hormoneller Schalter“ umgelegt werden. Dazu entfalte das männliche Y-Chromosom ab der sechsten Schwangerschaftswoche erstmals seine Wirkung und initiiere die Entwicklung embryonaler Hoden.

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