Politiker-Hetze gegen Flüchtlinge in Italien: Von Schakalen, Ratten und Würmern


Viele Italiener helfen Flüchtlingen im Stillen. Laut sind dafür andere: Nirgendwo in Europa hetzen rechte Politiker so vulgär wie in Italien.

Von Oliver Meiler|Süddeutsche.de

Es ist nicht klar, ob Matteo Salvini sich den sensationellen Satz so vorgenommen hatte. Oder ob er ihm in seinem Redefluss einfach herausrutschte. Vor einigen Tagen saß der Chef der fremdenfeindlichen italienischen Partei Lega Nord in einer Talkshow von Rai Tre und sagte: „Sollen wir Menschen aufnehmen, die vor dem Krieg fliehen? Natürlich! Sofort, morgen früh schon, auch bei mir zu Hause.“ Die Moderatorin des Staatsfernsehens war so überrascht, dass sie ungläubig nachfragte: „Sie persönlich würden einen Flüchtling bei sich aufnehmen?“ – „Ja“, sagte Salvini, „ich habe zwar nur eine Zweizimmerwohnung, er könnte sich also nicht groß ausbreiten, aber ja!“ Die Sequenz, zwanzig Sekunden lang, endete auf allen Netzwerken – der Hetzer im Helfergewand. Im Subtext konnte man lesen: Viele sind es ja nicht, die wirklich vor Kriegen fliehen. Und wer denkt schon an uns Italiener, die wir in kleinen Löchern wohnen?

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