Dodo Marx – bigotter Zweckoptimismus


Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,
Reinhard Marx, Chef der Deutschen Bischofskonferenz,

Durch die Missbrauchsskandale büßte die katholische Kirche massiv an Glaubwürdigkeit ein. Vier Jahre später sieht Kardinal Marx die Kirche in einem neuen Licht – doch nicht jeder teilt seine Meinung.

Von Joachim Frank|Mitteldeutsche Zeitung

Kardinal Reinhard Marx verkündet nichts weniger als das Comeback der katholischen Kirche in Deutschland. „Wir sind wieder in Tritt gekommen, wir haben unseren Ort in der Gesellschaft“, sagt der Vorsitzende der Bischofskonferenz zum Abschluss eines mehrjährigen Dialogs mit den Laienkatholiken. So schnell ändern sich die Zeiten: Als das Projekt unter dem Titel „Im Heute glauben“ auf dem Höhepunkt des Missbrauchsskandals 2010/2011 begann, war es vor allem eine Flucht nach vorn – heraus aus Zerknirschung, Verunsicherung und Depression. Heute, vier Jahre später, spricht Marx von neuer Glaubwürdigkeit. Im Entwurf einer „Botschaft der deutschen Bischöfe“ heißt es zudem, der Dialogprozess habe „den Grundwasserspiegel des Vertrauens im Inneren unserer Kirche und nach außen beträchtlich gehoben“. Manchem der 300 Teilnehmer am letzten von fünf Dialog-Wochenenden ist das dann doch zu euphorisch.

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