Rätsel um Rachitis-Fall aus der Steinzeit


Das Skelett der rachitischen Steinzeit-Frau in einer Originalaufnahme von 1912. © The Hunterian
Rätselhafte Mangel-Krankheit: Forscher haben auf den Hebriden den ältesten Rachitis-Fall Englands entdeckt. Bereits in der Jungsteinzeit vor rund 5.000 Jahren litt diese Frau offenbar an den typischen, durch Vitamin D-Mangel verursachten Knochenverformungen, wie ihr Skelett belegt. Das Seltsame daran: Der Lebensstil der frühen Bauern in dieser Gegend machte es eigentlich fast unmöglich, diese Mangelkrankheit zu bekommen.

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Rachitis ist eine klassische Mangelkrankheit: Bekommen Kinder im Wachstum nicht genügend Vitamin D und Sonnenlicht, dann bleiben ihre Knochen anormal weich. Als Folge verbiegen sich die Gliedmaßen und der Brustkorb wird eingezogen – es entsteht die typische Trichterbrust. Bekannt ist diese Krankheit vor allem aus Industrie-und Bergbauzentren im England des 19. Jahrhunderts, aber auch in Deutschland kam Rachitis in Städten vor. Als Gegenmittel wurde der ungeliebte, aber Vitamin-D-reiche Lebertran verabreicht.

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3 Comments

  1. Nordische Länder wurden nicht umsoinst erst seit der Bronzezeit besiedelt, die Steinzeitkultur hat dort bei 4 – 6 Monaten totaler Dunkelheit keiner überlebt. Heute macht man 1 Dose Ananas oder Pfirsiche auf, das ist dann wie viele Tage in der Sonne sitzen. Bis vor Hundert Jahren sind viele Seeleute an Skorbut gestoben. Das Wort „Limis“ war ein Schimpfwort für die britischen Seeleut, die mussten Zitronensaft (Limejuice) trinken

    Die Inuit essen seit jeher nicht umsonst frische rohe Tierleber, ohne diese Vitamine haben auch sie schwere gesundheitliche Probleme. Viele der in Mitteleuropa gängigen Immunrecktionen gegen Erreger waren den Inuit nicht verfügbar, die Erreger überleben in dem Klima nicht. 1918-1919 haben in Siedlungen von 2000 Inuit Einwohnern wegen der spanischen Grippe oft nur 2 überlebt, weil sie gerade abwesend auf Jagd waren

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    1. Die Rachitis kann man nicht mit Früchten (Vitamin C) behandeln – das ist eine Verwechslung mit Skorbut.
      Dorschleber und Lebertran helfen, den Vitamin-D Mangel zu beheben. Allerdings ist es kaum möglich, den Vitamin-D Bedarf über die Nahrung zu decken, das gilt insbesondere für Milchprodukte, das ist nicht ausreichend.

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  2. Die Rachitis dieser Frau wundert mich nicht. Die für die Entstehung von Vitamin-D erforderliche Sonneneinstrahlung ist im Winterhalbjahr nicht ausreichend. Vitamin-D kann nur kurze Zeit im Körper gespeichert werden, das reicht nicht für die Wintermonate.

    Die mit der Nahrung aufgenommene Menge an Vitamin-D ist für den Bedarf nicht ausreichend.

    Es wird auch unterschiedliche Erbanlagen geben, wodurch manche Menschen mit wenig Vitamin-D auskommen und nicht krank werden.
    Andere Personen haben diese Erbanlagen nicht und sind auf ein Leben in südlichen Regionen angewiesen.

    Anmerkung: Ich hatte selber als Kind Rachitis, ebenso wie mein Großvater (möglicherweise erblich bedingt).

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