Vor 80 Jahren erließ der NS-Staat seine antijüdischen Rassegesetze


Holocaust Denkmal in Berlin © georgenell auf flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Am 15. September 1935 verabschiedete der Reichstag das sogenannte „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes“. Diese „Blutschutzgesetze“ bildeten die juristische Grundlage für die Verfolgung der Juden. Wer Jude war bestimmte aber nicht das Blut, sondern die Religion.

Von Dirk Baas|MiGAZIN

Der Antisemitismus war tragendes Fundament der nationalsozialistischen Weltanschauung. Bereits in „Mein Kampf“ hatte Adolf Hitler gegen die Juden gehetzt. Doch eine rechtliche Grundlage zu deren Schikane und Ausgrenzung hatte der NS-Staat zunächst nicht. Das änderte sich am 15. September 1935: Der Reichstag verabschiedete das „Reichsbürgergesetz“ und das „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre“. Sie wurden bekannt unter dem Begriff „Nürnberger Gesetze“.

Die neuen Bestimmungen entstanden unter hohem Zeitdruck, weil Adolf Hitler den unspektakulären „Reichsparteitag der Freiheit“ in Nürnberg um einen Höhepunkt bereichern wollte. Auslöser war Reichsärzteführer Gerhard Wagner, der in einer Rede überraschend angekündigt hatte, der nationalsozialistische Staat werde in Kürze durch ein „Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes die weitere Vermischung von Juden und Ariern verhindern“.

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