Bischof: Polen kann 30.000 Flüchtlinge aufnehmen


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Die Kirche in Polen hat sich für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen ausgesprochen. Er sei sich sicher, dass Polen problemlos 30.000 Flüchtlinge aufnehmen könne, sagte der Vorsitzende des Rates für Migration, Tourismus und Wallfahrt der Polnischen Bischofskonferenz (KEP), Weihbischof Krzysztof Zadarko, der Warschauer katholischen Nachrichtenagentur KAI (Montagabend). Er erinnerte daran, dass während des Tschetschenien-Krieges 1997 mehr als 110.000 Tschetschenen nach Polen gekommen seien und noch heute rund 10.000 von ihnen im Land lebten.

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Rhetorisch fragte Zadarko: „Wo kann man heute noch Spuren von ihrem Aufenthalt sehen?“ Die Zahl 30.000 entspreche der Zahl der Pfarren in Polen. Zugleich betonte er, Flüchtlinge dürften nicht abhängig von ihrer Rasse oder Religion unterschiedlich behandelt werden. „Es wäre schlimm, wenn die Flüchtlinge nicht unsere christliche Haltung erfahren“, so der Weihbischof.

Die Polnische Bischofskonferenz hatte vorige Woche ihre Hilfe bei der Aufnahme von Flüchtlingen angeboten. Zugleich betonte sie, sie werde nicht auf eigene Faust handeln. Es sei Aufgabe der Regierung, die Sicherheit und Grundversorgung der Flüchtlinge zu gewährleisten. Die Bischöfe verwiesen zugleich auf eine große Hilfsbereitschaft der polnischen Katholiken. Diese hätten 2014 mehr als 1,2 Millionen Euro für Flüchtlinge unter anderem im Sudan, in Nigeria, Ägypten, Syrien sowie im Irak und Libanon gespendet.