Buddhismus: Radikale Mönche feiern neue Religionsgesetze


Bild. Deutsche Welle
Landesweit feiern nationalistisch-buddhistische Mönche in Myanmar ein umstrittenes Gesetzespaket, das die Rechte von Minderheiten beschneidet. Kritiker sehen darin vor allem einen Angriff auf die Muslime im Land.

Von Verena Hölzl|Deutsche Welle

„Mit unseren Knochen müssen wir eine Faust ballen“, schmettert es auf einem weitläufigen Klostergelände am Stadtrand von Rangun aus den Lautsprecherboxen. Unweit der mit Blumen geschmückten Bühne werden in einem Pavillon Bilder von verstümmelten Leichen voller Blut, abgeschlagenen Händen, massakrierten Gesichtern und vom Anschlag auf das World Trade Center gezeigt. Alles die Schuld der Muslime. Meinen die Buddhisten.

Zumindest die von Ma Ba Tha, einer Vereinigung nationalistisch-buddhistischer Mönche, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Myanmar und den Buddhismus vor seinen Feinden zu schützen, die für sie die anderen Religionsgemeinschaften sind. Einen Sieg gibt es bereits zu vermelden, und der wird landesweit feierlich begangen. Anfang September unterzeichnete Myanmars Präsident Thein Sein das letzte von vier Gesetzen, die zuvor im In- und Ausland heftig kritisiert wurden. Die sogenannten „Rasse- und Religionsgesetze“ erschweren den Übertritt zu einem anderen Glauben sowie interreligiöse Eheschließungen. Darüber hinaus ist es einzelnen Regionen nun freigestellt, Vorschriften darüber zu erlassen, wie viele Kinder Frauen in einem bestimmten Zeitraum bekommen dürfen.

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