Flüchtlinge : Merkel zeigt klare Kante


Kanzlerin Merkel im Gespräch mit Österreichs Kanzler Faymann. Foto: REUTERS
Kanzlerin Angela Merkel verteidigt auf einer Pressekonferenz ihr Willkommenssignal an Flüchtlinge – mit ungewöhnlich deutlichen Worten.

Von Daniela Vates|Frankfurter Rundschau

Die CSU hat sich auf die Brust geschlagen. Die Ministerpräsidenten der Bundesländer haben sich beschwert. In der eigenen Partei gibt es Fragezeichen. In der EU bewegt sich nichts. Und es scheint, als habe Angela Merkel den österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann um Hilfe gebeten.

Faymann jedenfalls steht am Dienstagnachmittag im Kanzleramt an der blauen Pressekonferenz-Wand. Eigentlich sollte da sein estnischer Kollege stehen, aber der hat wenig mit den Flüchtlingen zu tun und Faymann, dessen Land auf der Flüchtlingsroute ist, sehr viel. Merkel hat den Esten also kurzerhand ausgeladen. Und Faymann sagt, er sei der Kanzlerin dankbar. Endlich ist mal jemand dankbar, denkt die Kanzlerin vielleicht. Am Abend wird sie dann wieder Seehofer empfangen im Kanzleramt und die Ministerpräsidenten.

Mit dem Sozialdemokraten Faymann hat Merkel vor zehn Tagen vereinbart, die in Ungarn festsitzenden Flüchtlinge nach Deutschland zu lassen, es war eine ziemlich kurzfristige Entscheidung. Sie habe damit den Zustrom angeheizt, kritisieren Seehofer und andere Ministerpräsidenten und bemängeln, sie seien nicht gefragt worden. Es ist das Thema, mit dem Merkel die Pressekonferenz beginnt. Man habe „in einer akuten Notsituation eine Entscheidung getroffen, um Menschen zu helfen“, sagt sie. „Ich halte sie für richtig“, sagt Merkel. Damit das gleich schon mal klar ist.

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