Resistenzen: Bakterien, stärker als Medizin


foto: picturedesk / michael klein Krankenhauskeime sind eine brisante Herausforderung: Nur mit Hygiene und geschultem Personal lassen sie sich in den Griff bringen.
Antibiotika wurden zu lange bedenkenlos eingesetzt. Die Bakterien haben Mechanismen entwickelt, sich trotz Medikamenten weiterzuvermehren

Von Edda Grabar|derStandard.at

Es gibt Tage, da wird Florian Thalhammer unruhig. Immer dann, wenn sich Lungenentzündungen und Harnwegsinfekte mehren. Da weiß er, dass sich Bakterien bei den Patienten ausbreiten. Als Leiter der Infektiologie an der Med-Uni Wien muss er eine Strategie finden, diese Keime im AKH zu bekämpfen. Früher konnte er auf eine große Auswahl an Antibiotika zurückgreifen, heute aber gibt es jene Tage, an denen jede Therapie versagt. Noch sind solche Momente äußerst selten. Aber sie hätten etwas Bedrohliches, so Thalhammer, denn sie zeigten: „Es gibt Bakterien, die die Medizin besiegt haben.“

Seit geraumer Zeit beobachtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Wandelbarkeit der Keime mit großer Sorge. Im letzten Jahr bereits prophezeite sie das postantibiotische Zeitalter. „Gewöhnliche Infektionen und kleine Wunden, die jahrzehntelang behandelbar waren, könnten künftig zur tödlichen Gefahr werden“, warnte der stellvertretende Direktor Keiji Fukuda.

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