Ossiland in Christenhand


Katholiken und Protestanten sind im Osten der Republik eine Minderheit. Trotzdem bestimmen sie die Politik. Wie passt das zusammen?

Von Anne Hähnig|ZEIT ONLINE

Was haben folgende Menschen gemeinsam? Angela Merkel, Joachim Gauck, Manuela Schwesig, Katrin Göring-Eckardt, Johanna Wanka, Stanislaw Tillich, Bodo Ramelow, Erwin Sellering, Dietmar Woidke und Reiner Haseloff. – Ja, sie alle sind Politiker und kommen aus Ostdeutschland. Sie sind die politisch einflussreichsten Ossis dieser Zeit. Aber es gibt noch eine andere, besonders auffällige Gemeinsamkeit: Sie alle sind Christen.

Ostdeutschland ist einer der gottlosesten Fleckcken dieser Erde. Drei Viertel der Menschen hier gehören keiner Religion an. Wie kann es sein, dass dieses entchristlichte Land von lauter Christen regiert wird? Dass nicht nur alle Ministerpräsidenten, sondern auch beinahe alle in der Bundespolitik einflussreichen Ostdeutschen Kirchenmitglieder sind? Manuela Schwesig, die Bundesfamilienministerin, ist zwar „überhaupt nicht religiös erzogen worden“, wie sie einmal erzählt hat, inzwischen aber tiefgläubig. „Ich ziehe sehr viel Kraft aus meinem Glauben, genieße das gemeinsame Beten und Singen im Gottesdienst“, sagte die 41-Jährige.

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1 Comment

  1. Besonders eifrige Religioten haben oft auch ein sehr ausgeprägtes Geltungsbedürfnis und wo könnte man dieses weltlich besser austoben, als in der Politik ? Wer an imaginäre Luftgeister glaubt, glaubt auch schnell mal, dass er in deren Namen zu etwas Höherem bestimmt sei (siehe auch: Missionar, Großsprecher, Dummschwätzer, Tortentänzer etc.). 😉

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