Syrien: Der schlechte Witz des Pentagon


Da klang er noch zuversichtlich: US-Verteidigungsminister Ash Carter stellte am 7. Mai das Projekt „New Syrian Forces“ vor – das sich als Pleite erweisen sollte. Foto: rtr
Die USA bilden syrische Kämpfer gegen den IS aus – und lassen sie dann alleine ohne Unterstützung in den Kampf ziehen. 5000 Syrer wollte Washington zunächst ausbilden – die erste Gruppe war 90 Mann stark.

Frankfurter Rundschau

Als der US-Verteidigungsminister das Projekt „New Syrian Forces“ vorstellte, klang er noch zuversichtlich. Eine erste Gruppe von 90 syrischen Männern werde von US-Spezialisten für den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ ausgebildet, verkündete Ashton Carter Anfang Mai. Die 90 Mann sollten die Speerspitze werden. Gemeinsam mit den US-Luftangriffen wollte man so die Islamisten auf syrischem Boden zurückdrängen.

Doch das Projekt des Pentagon erweist sich jedoch als Pleite. 5000 Syrer will Washington nach eigenem Bekunden jedes Jahr ausbilden, damit sie am Boden gegen die Terrormiliz vorgehen. Die Realität könnte allerdings kaum weiter von der Ankündigung entfernt sein. Zunächst verzögerte sich der Beginn der Ausbildung außerhalb Syriens, weil das US-Militär große Probleme hatte, Kämpfer zu finden, die es für vertrauenswürdig hielt. Im Sommer schloss die erste Gruppe ihre Training ab: Sie war gerade einmal 50 bis 60 Mann stark.

Nachdem die Truppe im Juli unter dem pompösen Namen „Division 30“ (eine Division hat mehr als 10.000 Soldaten) die Grenze zu Syrien überschritt, wurde sie gleich von Einheiten der Al-Nusra-Front – syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida – angegriffen. Sie töteten fünf der US-Verbündeten und verschleppten etliche andere.

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