Was wäre, wenn der Islamische Staat gewinnt?


Bild: nationalreview.com
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Mehr als 50 Analytiker der Kommandozentrale der amerikanischen Streitkräfte für den Nahen Osten (US Central Command) haben kürzlich Beschwerde dagegen eingelegt, dass die Berichte über die Schwächen des sogenannten Islamischen Staates (IS) größtenteils übertrieben sind. Wenn die Behauptungen der Analysten stimmen sollten, ist es vielleicht an der Zeit die Frage zu stellen, die anscheinend jeder vermeidet: Was passiert, wenn der IS nicht geschlagen werden kann? Müssen wir uns dann an die Möglichkeit eines Sieges des IS gewöhnen?

Von Landon Shroder|VICE

Das ist kein „Konvertiere-oder-Stirb“-Siegesszenario, bei dem die Großmachtfantasten des IS über die Welt herrschen. Wie sähe stattdessen ein viel wahrscheinlicheres „Agree-to-disagree“-Szenario oder zumindest „Wir-sind-Erzfeinde“-Szenario aus, wenn der IS gewinnt? Möglicherweise viel pragmatischer: effektives Regieren in den Gebieten, die sie bereits kontrollieren, und die erfolgreiche Verteidigung der Grenzen ihres sogenannten Kalifats.

Von einer bestimmten Perspektive aus betrachtet, tut dies der IS bereits. Sie nehmen bereits staatliche Aufgaben wahr: sie zahlen ihren Angestellten Lohn, sie stellen Reisedokumente aus und sie betreiben Schulen und Krankenhäuser. Wenn diese Verwaltung aber zum Status quo wird, dann wird es beim Kampf gegen IS weniger um das gezielte Töten von Anführern oder um die Zerschlagung von Terrornetzwerken gehen, als vielmehr um die Vernichtung eines ganzes politischen und militärischen Regierungssystems—keine leichte Aufgabe.

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