Homo Naledi und der Protest der Nacktaffen


So könnte Homo naledi einst zu seinen Lebzeiten ausgesehen haben. Foto: dpa
Über die Einordnung des Frühmenschen Homo naledi ist eine kontroverse Debatte entbrannt. Sie reicht von absurden Verschwörungstheorien bis zu profunderen wissenschaftlichen Einwänden.
 

Von Johannes Dieterich|Frankfurter Rundschau

Das Echo auf die mit lauten Fanfaren angekündigte Entdeckung einer neuen Art des Frühmenschen in Südafrika droht den ursprünglich entfachten Medienwirbel noch in den Schatten zu stellen. Die seit Tagen sowohl in Südafrika wie in anderen Teilen der Welt geführten Debatten über Homo naledi, einen möglichen Vorfahr des heutigen Menschen, reichen von absurden Verschwörungstheorien bis zu profunderen wissenschaftlichen Einwänden.

Noch lange nach der Ende vergangenen Woche bekannt gegebenen Entdeckung der Knochenreste von 15 frühmenschlichen Individuen in einer Höhle außerhalb Johannesburgs laufen vor allem in Südafrika die sozialen Netzwerke heiß. Über Twitter meldet ein gewisser Alex Matimu Nkuna: „Weiße haben Schimpansen-Knochen in einer Höhle vergraben und behaupten nun, unsere Vorfahren gefunden zu haben. Das ist eine Beleidigung, purer Rassismus.“ Auch Mathole Motshekga, der einstige Ministerpräsident der fortschrittlichsten südafrikanischen Provinz Gauteng, bezeichnete die Funde als die Arbeit von „Pseudowissenschaftlern, die vom Nachweis besessen sind, dass Afrikaner von Pavianen abstammen“.

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