Ist „Hautfarben“ rassistisch?


Illustration: Booyabazooka, Mizunoryu, Badseed, Jacobolus. Lizenz: Public Domain

Was in der Mode wiederkommen soll, das muss zunächst einmal einen neuen frischen Namen bekommen. Es handelt sich zwar um alten Wein in neuen Schläuchen – aber diese neuen Schläuche sollen zielgruppengerecht gestaltet werden. Ihre Namen sollen griffig, einprägsam, „catchy“ klingen.

Von Twister (Bettina Hammer)|TELEPOLIS

Auf diese Weise wurden aus den altmodischen Badelatschen die Flipflops, die in die Achselhöhle zu klemmende Handtasche mutierte zur „Clutch“ – und auch die als omahaft verschriene Miederware feiert fröhliche Urständ. Hier soll natürlich keinerlei Erinnerung an die Oma mit Hüfthalter, Torselett und Miederhöschen aufkommen, weshalb das Ganze mittlerweile als „Sharewear oder Shape Wear“ in den Markt kommt.

Sinn und Zweck der „Share Wear“ ist es (wie früher), den Körper wenigstens temporär zu dem zu formen, was man selbst als attraktiv empfindet. Auf diese Weise kann der Bauch verflacht, der Busen angehoben, die Taille verringert oder der Po vergrößert werden. In solch gummiartige Kleidung quetschen sich auch Prominente, wie ein bekannter Sketch von Tina Fey illustriert.

Da diese Shape Wear des öfteren auch unter den transparenten Stoffen, die seit einigen Jahren im Trend sind, getragen wird, kommt sie – ganz wie früher – unter anderem auch in einem Ton daher, der im englischen Sprachraum „Nude“ heißt. Diese Bezeichnung wird auch von deutschen Modeanbietern genutzt, weil sie moderner klingt als das altbackene „hautfarben“. Nichtsdestotrotz soll „Nude“ eben dies bedeuten: „Hautfarben“. Schließlich soll ja ggf. auch die Illusion eines nackten Körpers entstehen.

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