Migrationsforscher: Balkanflüchtlinge nicht ohne langfristige Hilfen zurückschicken


Der Osnabrücker Migrationsforscher Jochen Oltmer hat davor gewarnt, Flüchtlinge vom Balkan ohne langfristige Unterstützung wieder in ihre Heimatländer abzuschieben oder zur freiwilligen Ausreise zu bewegen.

Von Martina Schwage|evangelisch.de

„Wenn Menschen mit ihrem Migrationsversuch scheitern, verlieren sie in ihrer Heimat an Ansehen, stehen in der Regel wirtschaftlich vor dem Nichts und sind somit kaum noch handlungsfähig“, sagte Oltmer dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Die Rückkehr verschärft häufig ihre ohnehin prekäre Lebenssituation.“

Das gelte vor allem für die ohnehin diskriminierte Gruppe der Roma, die dann oft mit noch schlimmeren Repressalien zu rechnen habe, erläuterte der Historiker. Aber auch andere hätten in der Regel Jobs aufgegeben, Häuser verkauft oder sich verschuldet mit dem Versprechen, Geld zu schicken. „Wenn dann die Ablehnung ihres Asylbegehrens erst nach monate- oder jahrelanger Bearbeitungszeit feststeht, haben sie auch noch ihre sozialen Bindungen verloren.“

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