Saudi-Arabien köpfte 2015 mehr Menschen als der IS


Im Jahr 2012 beteiligt sich der damals 17-jährige Ali Mohammad Al-Nimr an Protesten gegen die Regierung. Er wird verhaftet und zum Tode am Kreuz verurteilt. Ein Gnadengesuch wird abgelehnt. Quelle: Die Welt/Now This
Gerade erhielt Saudi-Arabien einen Posten im UN-Menschenrechtsrat. Nun will es Ali al-Nimr hinrichten. Er hatte als 17-Jähriger gegen die Regierung demonstriert. Er ist nicht das einzige Opfer.

Von Paul Nehf|DIE WELT

Am Donnerstag soll Ali Mohammed al-Nimr hingerichtet werden. Tod durch Kreuzigung lautet das Urteil gegen den 21-jährigen Saudi, dessen Verbrechen es war, als 17 Jahre alter Teenager in seinem Heimatstädtchen Qatif gegen das Königshaus zu demonstrieren. Dafür erwartet al-Nimr nun eine besonders grausame Strafe: Kreuzigung heißt in Saudi-Arabien, dass er zunächst geköpft wird, bevor sein Torso dann an ein Kreuz geschlagen und öffentlich aufgestellt wird.

Einen genauen Termin, wann al-Nimr sein Martyrium erwartet, gibt es nicht. Nach saudischem Brauch wird normalerweise nicht einmal die Familie des zu Tode Verurteilten informiert, wenn die Exekution bevorsteht. Es war reiner Zufall, dass vergangene Woche ans Licht kam, dass al-Nimrs Berufung abgelehnt worden war und er wohl am Donnerstag seine Strafe verbüßen muss.

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