600 Kantianer reden über Natur und Freiheit


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Beim zwölften Internationalen Kant-Kongress an der Wiener Universität sieht man auch eine Ausstellung.

Von Thomas Kramar|Die Presse.com

„Nie las ein Blick, von Thränen übermannt, ein Wort wie dieses von Immanuel Kant.“ Diese Zeilen von Karl Kraus zeigen den großen Sprachkritiker nicht nur als mäßigen Poeten, sondern auch als Freund der Philosophie Kants. Als Kantianer hätte er sich freilich nie bezeichnet, als solchen stellte er in seiner Schrift „Ein Kantianer und Kant“ (1918) den deutschen Kaiser Wilhelm II. bloß, indem er Passagen aus dessen Kriegsreden unkommentiert Stellen aus Kants „Zum ewigen Frieden“ gegenüberstellte.

Rund 600 Kantianer, über die sich Karl Kraus wohl nicht empören würde, sind bis 25. 9. an der Wiener Universität, beim zwölften Internationalen Kant-Kongress. Rahmenthema ist „Natur und Freiheit“, es gibt freilich auch Vorträge über Erkenntnistheorie (z. B. Mario Caimi über den Begriff der objektiven Realität) und über Wirkungsgeschichte, so spricht der Wiener-Kreis-Experte Friedrich Stadler über Neo-Kantianismus im logischen Empirismus.

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