Der bewegte Alexander von Humboldt


Kunst des Reisens. Für seine „Ansichten der Kordilleren und Monumente der eingeborenen Völker Amerikas“ hielt Alexander von Humboldt die Begegnung mit Floßfahrern auf dem Río… – Foto: akg / De Agostini Picture Lib.
Altamerikanistik bis Zoologie: Der „Nomade“ Alexander von Humboldt hat mit seinen Reisen viel bewegt. Er ist erste Repräsentant einer transdisziplinären Wissenschaft, die bis heute zukunftsweisend wirkt.

Von Ottmar Ette|DER TAGESSPIEGEL

Alexander von Humboldt war nicht das letzte Universalgenie, für das er so lange gehalten wurde. Vielmehr verstand er es, wie schon sein Bruder Wilhelm bereits 1793 erkannte, „Ketten von Dingen zu erblicken, die Menschenalter hindurch, ohne ihn, unentdeckt geblieben wären“. Alexander (1769–1859) selbst sprach, wie etwa im ersten Band seines „Kosmos“, von einem „netzartig verschlungenen Gewebe“, mit dessen Fäden er sich auf intensive Weise beschäftigte. So darf man die Humboldt’sche Wissenschaft wohl am zutreffendsten als eine Vernetzungswissenschaft begreifen, in der die verschiedenartigsten Bereiche des Wissens und die unterschiedlichsten Disziplinen relational miteinander verknüpft werden.

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