Wenn sich der Papst plötzlich in Karl Marx verwandelt


Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Für Papst Franziskus ist die freie Marktwirtschaft Teufelszeug. Weiß er eigentlich genau, wohin seine Kritik führt? Eigentlich dürfte man vom Heiligen Vater die Fähigkeit zur Differenzierung erwarten.

Von Jacques Schuster|DIE WELT

Alle lieben Franziskus. Wurde der intellektuelle, doch spröde wirkende Papst Benedikt allenfalls verehrt, gehen selbst der nicht katholischen Welt die heitere Selbstsicherheit bei betonter Genügsamkeit und die wache Intelligenz des immer leicht spielerisch aufgelegten argentinischen Jesuiten ans Herz. Mithilfe weniger Worte gelingt es Papst Franziskus, liberaler zu wirken als sein Vorgänger.

Nur wenige Zeitgenossen erkennen, dass er in kirchlichen Dingen als Oberhaupt einer altehrwürdigen Institution konservativ sein muss, konservativ ist und sich darin kaum von Benedikt unterscheidet. Trotzdem wird Franziskus bewundert als Vorkämpfer in der Armee der Weltverbesserer, der den irdischen Größen die Leviten liest. Rundum, nahezu grenzenlos und – naiv!

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