Der lange Arm des Islam folgt Muslimen bis zu uns


In der Innenstadt von Hannover werden kostenlose Koran-Exemplare verteilt Foto: picture alliance / dpa
Gläubige werden auch in der Fremde ständig von Fundamentalisten unter Druck gesetzt, weil sie ihre Religion angeblich „nicht richtig“ praktizieren. Hier muss der liberale Staat gegenhalten.

Von Hamed Abdel-Samad|DIE WELT

„Der Islam ist als Fremder geboren und wird als Fremder wiederkehren. Selig sind die Fremden.“ Das ist eine Aussage des Propheten Mohamed, der sich selbst seit seiner Geburt überall als Fremder gefühlt hatte. Sein Vater starb vor seiner Geburt, seine Mutter gab ihn schon als Säugling an fremde Beduinen ab, um ihn großzuziehen. Als er nach Mekka zurückkam, hütete er Schafe für seinen Stamm wie ein Sklave.

Ihm fehlten Bezugspersonen, Leitfiguren und Vorbilder. Selbst als er eine reiche Witwe heiratete und Karawanenführer wurde, konnte er sein Gefühl der Marginalisierung und Entfremdung nicht überwinden. Er zog sich in eine Höhle zurück und bildete sich ein, der Himmel würde zu ihm sprechen. Der Islam wurde in dieser isolierten Höhle geboren und kann sie nach 1400 Jahren immer noch nicht verlassen.

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