Ehesakrament: Am Wendepunkt angekommen


foto: reuters/tony gentile Franziskus lässt die Diskussion um die Unauflöslichkeit der Ehe erstmals zu. Die Bibel zeigt: Nur weil man eine Ehe nicht auflösen „soll“, bedeutet dies nicht, dass man sie nicht auflösen „kann“. Schon Paulus ging freizügig damit um.

„Was Gott verbunden hat, soll der Mensch nicht trennen“: Lässt dieses Jesus-Wort auf ewig keine Änderung des Dogmas von der Unauflöslichkeit der Ehe zu?

derStandard.at

Die Diskussion um das Ehesakrament, genauer gesagt die absolute Unauflöslichkeit des sakramentalen Ehebandes, das in dieser Form in gewisser Weise ein Sondergut der katholischen Kirche darstellt, ist nun an der Spitze der katholischen Hierarchie angekommen. Bislang wurde die Diskussion dazu niedergehalten; Papst Franziskus hat sie ausdrücklich zugelassen.

Zentraler Punkt des katholischen Verständnisses ist jene Erzählung in den Evangelien, in der Jesus zur Ehescheidung befragt wird. Er erläutert, dass die Praxis der Entlassung aus der Ehe, die Mose legitimierte, nur auf die Hartherzigkeit der Menschen zurückgehe. Im Anfang sei es nicht so gewesen. Mit der Berufung auf das Buch Genesis (“ … sie werden ein Fleisch“) fügte er hinzu: „Was aber Gott verbunden hat, das soll der Mensch nicht trennen.“

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