Plagiatsvorwurf gegen Verteidigungsministerin von der Leyen


RK-Guttenberg-Gel

VroniPlag geht vom „Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens“ in der Doktorarbeit aus, von der Leyen weist die Vorwürfe zurück

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Vor allem die Bürgerlichen von Union und den Liberalen sind geplagt von Vorwürfen, sich ihre Promotionsarbeiten leicht gemacht zu haben. Der Zwang, sich mit einem Dr. adeln zu müssen, aber eigentlich mit Wissenschaft nichts zu tun zu haben, weil man eine andere, politische Karriere verfolgt, verführt offenbar zum Tricksen.

Nun hat es ausgerechnet Verteidigungsministerin von der Leyen erwischt, nachdem sie gerade das Sturmgewehr S 36 ausgemustert hat. Die Aktivisten von VroniPlag waren mal wieder tätig und haben in ihrer medizinischen Doktorarbeit aus dem Jahr 1990 „zahlreiche wörtliche und sinngemäße Textübernahmen, die nicht als solche kenntlich gemacht sind“, gefunden. Bislang wurden auf 27 der überprüften 62 Seiten ihrer insgesamt 70 Seiten langen Arbeit Plagiate gefunden, was über 43 Prozent der Seiten entspricht. Vorsichtig heißt es noch: „Angesichts der relativen Häufigkeit – wegen der an bloße Versehen zu glauben nicht leicht fällt – dieser Stellen lässt sich hier der Verdacht wissenschaftlichen Fehlverhaltens nicht völlig von der Hand weisen. „

Der Titel der Arbeit ist imposant: „C-reaktives Protein als diagnostischer Parameter zur Erfassung eines Amnioninfektionssyndroms bei vorzeitigem Blasensprung und therapeutischem Entspannungsbad in der Geburtsvorbereitung.“ Im Unterschied zu Juristen (Guttenberg) oder Erziehungswissenschaftlern (Schavan) war bei Medizinern die Doktorarbeit in der Regel wenig aufwendig sowohl, was den Inhalt betrifft, als auch im Hinblick auf den Umfang. Es gehörte und gehört zum guten Ton, einen Doktortitel zu haben, auch wenn er für die Ausübung des Berufs nicht wichtig ist.

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