Die Bedeutung Abrahams im Judentum


Abraham gilt als Stammvater des Judentums, des Christentums und des Islams. (dpa/picture alliance/Felix Zahn)
Abraham gilt als Stammvater des Judentums. Aber auch Christen und Muslime beziehen sich auf ihn. Was folgt daraus für das Verhältnis der abrahamitischen Religionen zueinander und die jüdische Identität? Darüber spricht Rüdiger Achenbach mit der jüdischen Religionshistorikerin Edna Brocke in einer fünfteiligen Gesprächsreihe in „Tag für Tag“.

Edna Brocke im Gespräch mit Rüdiger Achenbach|Deutschlandfunk

Rüdiger Achenbach: Frau Brocke, im Zusammenhang mit dem interreligiösen Dialog ist auch immer wieder die Rede vom Trialog der abrahamitischen Religionen, weil sich das Judentum, das Christentum und der Islam auf Abraham beziehen. Welche Rolle kommt denn Abraham im Judentum zu?

Edna Brocke: Also Abraham ist natürlich der erste Erzvater. Sein Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob, die drei Erzväter, haben sowohl im Bewusstsein als auch in der Liturgie eine zentrale Rolle, und insofern ist Abraham der Stammvater der meisten Juden. Nicht alle verstehen es so, aber die Mehrheit der Juden verstehen sich als Nachfahren Abrahams.

Achenbach: Und die Verbindung mit dem Namen Israel kommt die dann über Jakob?

Brocke: Genau, die Umbenennung Jakobs in „weil du mit der Gottheit gestritten oder gekämpft hast“ und „und du hast gesiegt“. Da wurde ja der Name von Jakob in Israel verwandelt. Das ist dann die Verbindung zum jüdischen Volk.

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