Siedler auf befreiter Scholle


Irminsul-Nachbildung auf der Bornhöhe in Harbarnsen-Irmenseul. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0

Die neuen Nachbarn halten kleine Dörfer am Leben, sie sind ökologisch – und streng national und antisemitisch

Von Andreas Förster|derFreitag

Eine Backsteinkirche neben dem Pfarrhaus, ein etwas heruntergekommenes Gutshaus mit Wirtschaftsgebäuden, ein Dorfteich und ein kleiner Park – das ist Klaber, eine 70-Seelen-Gemeinde mitten in den sanften Hügeln der Mecklenburger Schweiz. Nichts Besonderes, was den durchreisenden Tagestouristen am Ort halten würde. Gäbe es da nicht den Handwerkshof im alten Gutshof, mit Kunstschmiede, Buchbinderei, Steinmetz und Wollwerkstatt. Hierher kommen häufig Gäste und lassen sich von den Handwerkern von alten Techniken und Bräuchen erzählen.

Auf einer Wiese vor dem Handwerkshof steht eine große Steinstele – den „Weltenbaum“ nennt sie der Steinmetz, sie ihn aus einem riesigen Findling geschlagen hat. Und er erklärt die Form: Das untere, gezackte Ende symbolisiere die Wurzeln zur Erde, das ausladende Steingeweih oben auf der Stele sei ein Widderkopf, der für Kraft und Stärke stehe. Die taillierte Mitte der Stele, so erklärt es ihr Schöpfer, sei der Ort, an dem die Menschen leben.

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