Protest-Organisation Campact: Die Empörungsmaschine


Bild: Michael Loewa/Cicero Online
Gegen Gentechnik, gegen Fracking, gegen TTIP. Nicht nur im Netz ist der Protest der Organisation Campact mächtig. Wie genau arbeitet sie? Und: Wie demokratisch arbeitet sie?

Von Christoph Seils|Cicero

Zwei Stapel mit blütenweißen Leichentüchern liegen bereit. Dazu Rettungsringe und ein großes Banner: „Europas Grenzen töten“ – weiße Schrift auf schwarzer Plane. Im Halbkreis sollen sich die Demonstranten vor das Kanzleramt legen, den Kopf Richtung Zaun.

Katharina Nocun dirigiert die etwa 40 Leichendarsteller, die an diesem Morgen dem Aufruf zum Protest gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung gefolgt sind. „Wir wollen hier ein schönes Bild haben“, sagt die Campact-Campaignerin, erschrickt dann selber über ihre unfreiwillig ehrlichen Worte und korrigiert sich:

Ein „bedrückendes Bild“ soll es natürlich werden. Die Leichentücher werden über die Schuhe gezogen, die Rucksäcke der Demonstranten eingesammelt und zur Seite gestellt. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Am Abend sind die Bilder in den „Tagesthemen“ zu sehen.

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