Altbischof Noack: Kirchen leiden bis heute unter Folgen der DDR-Ideologie


DerverzweifelteJesusDie Folgen der kirchenfeindlichen Ideologie der DDR sind nach Ansicht des Magdeburger Altbischofs Axel Noack bis heute zu beobachten. Viele Menschen befürchteten zudem, Kirchensteuer zahlen zu müssen.

Von Karsten Wiedener|evangelisch.de

Die Auswirkungen der kirchenfeindlichen Ideologie in der DDR sind nach Ansicht des Magdeburger Altbischofs Axel Noack auch 25 Jahre nach der Wiedervereinigung in Ostdeutschland deutlich spürbar. Die Kirchen in der DDR hätten massenhaft Mitglieder vor allem durch deren Weggang in Richtung Westen verloren, sagte Noack dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Halle. Zudem seien Kinder in der DDR nicht mehr getauft und zur Christenlehre geschickt worden, „weil die Eltern Nachteile befürchteten“. Dies wirke bis heute fort.

Kirchen im Osten „krankgeschrumpft“

Wenn die Kinder nicht getauft wurden, dann kämen sie nun als erwachsene Eltern bei ihren eigenen Nachkommen erst gar nicht auf diese Idee, betonte der evangelische Theologe. Vor allem aber durch deren Wegzug sei die „bürgerliche Mitte“ verschwunden. Insofern sei es der SED letztlich doch gelungen, das Bildungsbürgertum auszulöschen. „Diese Menschen fehlen uns, das kann nie wieder aufgeholt worden“, sagte Noack. Schließlich sollte es für die SED ein Arbeiter- und Bauernstaat sein. So haben sich Noack zufolge die Kirchen im Osten „nicht gesundgeschrumpft, sondern krankgeschrumpft, weil die potenziellen Mitglieder nicht mehr da waren“.

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