„Es gibt eine Selbstzensur gegenüber dem Islam“


Von Kurt Westergaard
Von Kurt Westergaard
Vor zehn Jahren druckte die dänische „Jyllands Posten“ zwölf . Der damalige Kulturressortchef Flemming Rose im Gespräch über Ängste und ein Europa ohne Grenzen

Von Henryk M. Broder|DIE WELT

Flemming Rose war Kulturchef der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“, als diese 2005 eine Seite mit zwölf Mohammed-Karikaturen veröffentlichte. Heute leitet er das Auslandsressort. Noch immer wird in Dänemark darüber diskutiert, ob es richtig war, die Karikaturen zu drucken. Und in der islamischen Welt ist die Wut darüber noch nicht abgeklungen.

Die Welt:

Flemming Rose, wie geht es Ihnen heute?

Flemming Rose:

Danke, mir geht es gut. Die Sonne scheint über Kopenhagen und morgen erscheint mein neues Buch.

Über die Mohammed-Karikaturen, die Sie vor genau zehn Jahren in der Zeitung „Jyllands-Posten“ abgedruckt haben?

Unter anderem. Vor allem aber über Zensur, Selbstzensur und den Umgang mit der Freiheit. Es heißt: „Hymne an die Freiheit“.

Sie meinen Meinungsfreiheit.

Ja, ich werde öfter beschuldigt, ein „Fundamentalist der Meinungsfreiheit“ zu sein. Ich nehme es als ein Kompliment. Wenn es um Demokratie oder den Kampf gegen Rassismus geht, kann man nicht fundamentalistisch genug sein, nur in Verbindung mit Meinungsfreiheit ist „Fundamentalist“ kein Schimpfwort.

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