Charon „New Horizons“: Pluto-Mond Charon überrascht Forscher

Der Pluto-Mond Charon, aufgenommen von der Raumsonde „New Horizons“. Foto: Nasa/Johns Hopkins University/Southwest Research Institute/dpa
Die US-Raumfahrtorganisation Nasa stellt neue Bilder vom Pluto-Mond Charon vor. Auf den Bildern sind überraschende Farbvariationen und eine Landschaft mit Bergen und Schluchten zu sehen. Ein Schluchtensystem ist vier Mal länger als der Grand Canyon.

Von Tanja Banner|Frankfurter Rundschau

Als die Nasa-Sonde „New Horizons“ im Juli am Zwergplaneten Pluto und seinen Monden vorbeiflog, war der Jubel groß. Gespannt wurden die ersten Bilder aus den fernen Weiten des Sonnensystems erwartet, die die US-Raumfahrtorganisation Nasa gut 30 Stunden nach dem Vorbeiflug präsentierte. Besonders der Pluto-Mond Charon habe die Wissenschaftler umgehauen, erzählte die Forscherin Cathy Olkin im Nasa-Livestream, in dem die ersten Bilder präsentiert wurden. „Es steckt so viel interessante Wissenschaft in diesem einen Foto“, betonte sie, als sie eines der ersten Bilder von Charons Oberfläche zeigte.

Nun veröffentlicht die Nasa weitere Bilder von Charon, einem Himmelskörper, der die Forscher überrascht hat. Manche Astronomen hatten eine kraterübersäte Einöde erwartet. Doch die bislang detailreichsten Aufnahmen des Eismondes, die die Raumsonde „New Horizons“ bei ihrem Vorbeiflug geschossen hatte, zeigen etwas ganz anderes: Es gibt überraschende Farbvariationen und eine Landschaft mit Bergen, Schluchten und Erdrutschen.

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DFG: 4 Millionen Euro zur Erforschung von Religion an Uni Leipzig

Eine frohe Botschaft für die Leipziger Religionsforschung in Religionswissenschaft und Kultursoziologie und ihre Kooperationspartner aus Fächern wie Arabistik, Ethnologie, Geschichte, Sinologie und Theologie: An der Universität Leipzig werden führende Forscher ab Frühjahr 2016 in einem internationalen Team zum Thema Säkularitäten arbeiten können. Die Kolleg-Forschergruppe wird in den kommenden vier Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund vier Millionen Euro gefördert, mit einer Option für eine weitere, ebenso lange Förderphase. Sie gliedert sich ein in eines der strategischen Forschungsfelder der Universität, „Veränderte Ordnungen in einer globalisierten Welt“.

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann|Pressestelle Universität Leipzig

Eine frohe Botschaft für die Leipziger Religionsforschung in Religionswissenschaft und Kultursoziologie und ihre Kooperationspartner aus Fächern wie Arabistik, Ethnologie, Geschichte, Sinologie und Theologie: An der Universität Leipzig werden führende Forscher ab Frühjahr kommenden Jahres in einem international besetzten Team zum Thema Säkularitäten arbeiten können. Die Kolleg-Forschergruppe wird in den kommenden vier Jahren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit rund vier Millionen Euro gefördert, mit einer Option für eine weitere, ebenso lange Förderphase. Sie gliedert sich ein in eines der strategischen Forschungsfelder der Universität, „Veränderte Ordnungen in einer globalisierten Welt“.

„Wir freuen uns natürlich riesig über die DFG-Förderung“, sagt Prof. Dr. Christoph Kleine, einer der Initiatoren. Der Sprecher des Leipziger „Centre for the Study of Religion“ und die Religions- und Kultursoziologin Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr erforschen seit Jahren die Grenzgebiete zwischen Religion und säkularen Gesellschaftsbereichen. Ihnen geht es um die Aushandlungsprozesse und oft konfliktträchtigen Szenarien, die sich in aller Welt um die Verhältnisbestimmung zwischen Religiösem und Nichtreligiösem und um die Grenzen der Religion vollziehen.

„An vielen Orten wird um die Arrangements der Verhältnisbestimmung gestritten. Die Art der Auseinandersetzung und die Lösungen, die gefunden werden, sind aber sehr unterschiedlich“, erläutert Monika Wohlrab-Sahr. Deshalb spreche man in dem Projekt bewusst nicht von „Säkularisierung“, sondern von „Säkularitäten“. Zudem seien die Aushandlungsprozesse kein Merkmal der westlichen Moderne, sondern schon in früheren Zeiten und in anderen Weltregionen zu beobachten gewesen, wie der Religionshistoriker Christoph Kleine aus seiner Forschungspraxis heraus bestätigen kann.

Ab April 2016 wird es nun in Leipzig eine international besetzte Kolleg-Forschergruppe geben: „Multiple Secularities. Beyond the west, beyond modernities“. Sie knüpft auch vom Titel her an ein vom Freistaat Sachsen gefördertes Forschungsprojekt an, das von 2010 bis 2012 von Monika Wohlrab-Sahr geleitet wurde. Die Kolleg-Forschergruppe wird sich unter anderem auszeichnen durch ein Fellow-Programm für Gäste aus dem In- und Ausland, die für eine Dauer von bis zu zwei Jahren nach Leipzig eingeladen werden und auch darüber hinaus mit der Gruppe verbunden bleiben sollen.

Was ist religiös? Was ist säkular? Wer definiert die Grenze – und anhand welcher Anlässe werden Fragen der Verhältnisbestimmung und Grenzziehung relevant? Solche Fragen werden es sein, denen sich die Wissenschaftler aus unterschiedlichen Perspektiven widmen. Neben Religions- und Sozialwissenschaftlern sollen auch Forscher aus Fächern wie Ethnologie, Sinologie, Arabistik, Geschichte und Theologie dabei sein.

„Da haben wir in Leipzig die besten Voraussetzungen“, sagt Christoph Kleine. „Die Forschung zu den Religionen der Welt gehört schon seit Ende des 19. Jahrhunderts zu den Schwerpunkten der Universität Leipzig. Und auch in den Regionalstudien haben wir hier ausgewiesene Experten, vernetzt im 2009 gegründeten ‚Centre for Area Studies'“. Mit der Kolleg-Forschergruppe werde man nun neuen, innovativen Fragestellungen nachgehen können, im globalen Maßstab, mit 30 bis 40 „Fellows“.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr
Institut für Kulturwissenschaften
Telefon: +49 341 97-35678
E-Mail: wohlrab@uni-leipzig.de
Web: http://www.sozphil.uni-leipzig.de/cm/kuwi/mitarbeiter/monika-wohlrab-sahr/

Professor für Religionsgeschichte mit dem Schwerpunkt Buddhismus
Prof. Dr. Christoph Kleine
Religionswissenschaftliches Institut
E-Mail: c.kleine@uni-leipzig.de
Web: http://www.gko.uni-leipzig.de/religionswissenschaft/institut/mitarbeiter/christoph-kleine/


Sachbuch „Die 4. Revolution: „Das digitale Menschenbild

Ein Magnet im Zeigefinger – schon jetzt optimieren Menschen ihren Körper mit Implantaten. (picture alliance / dpa / Ole Spata)
Nach Kopernikus, Darwin und Freud sieht Luciano Floridi die Menschheit auf dem Wege zu einem neuen philosophischen Selbstverständnis. „Die 4. Revolution“ sei angebrochen, so der Titel seines Buchs, in dem er eine „Onlife“-Zukunft vorhersagt. Aber ist diese Erkenntnis wirklich neu?

Von Tobias Nagorny|Deutschlandradio Kultur

Welches Selbstbild hat der Mensch im digitalen Informationszeitalter? Um diese Frage zu beantworten, holt der renommierte italienische Informationstheoretiker Luciano Floridi historisch ziemlich weit aus. Ein spannendes und verkopftes Unterfangen.

Das philosophische Selbstverständnis des Menschen hat sich in den vergangenen Jahrhunderten bereits dreimal revolutioniert. Unsere frommen Ansichten über die zentrale Stellung der Erde im Universum wurden von Nikolaus Kopernikus gehörig korrigiert. Der Mensch zog sich, ein wenig bescheidener, zumindest auf seine zentrale Stellung auf der Erde zurück: Als biblische „Krone der Schöpfung“. Doch mit Charles Darwin und seiner Evolutionstheorie wurde auch dieses Weltbild wissenschaftlich widerlegt.

Es blieb noch die beherrschende Stellung im Raum unseres Denkens und unseres Bewusstseins. Doch auch die Formel „Ich denke, also bin ich“ vom französischen Philosophen René Descartes wurde mit der Entdeckung des Unbewussten von Sigmund Freud zertrümmert.

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„Dinokiller“ schuld an Mega-Vulkanausbrüchen?

Fast zeitgleich mit dem EInschlag des „Dinokillers“ verstärkte sich der Vulkanismus in den Dekkan Trapps. © Julian Grondin / thinsktock
Fataler Doppelschlag: Der Einschlag des „Dinokiller“-Asteroiden vor 65 Millionen Jahren hatte auch Folgen am anderen Ende der Welt. Denn die Schockwellen des Impakts verstärkte die Vulkanausbrüche in den indischen Dekkan Trapps dramatisch, wie Forscher nun nachweisen. Damit aber verstärkte dieser Vulkanismus die katastrophalen Einschlagsfolgen und trug zum Massenausserben am Ende der Kreidezeit bei, wie die Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten.

scinexx

Wer brachte den Dinosauriern vor rund 65 Millionen Jahren den Tod ? War es der Einschlag des Chicxulub-Asteroiden in Yucatan? Oder doch die gewaltigen Vulkanausbrüche der Dekkan Trapps in Indien? Um die Antwort auf diese Fragen wird seit Jahrzehnten erbittert gestritten. Das Problem: Beide Ereignisse geschahen etwa um die gleiche Zeit und theoretisch hätte jedes von ihnen das Klima und die Umweltbedingungen ausreichendstark verändern können, um das Massenaussterben auszulösen.

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Kirche rechnet mit Scheitern der Klage auf Ansprüche

Bild: tilly
Bild: tilly
Die Evangelische Kirche Mitteldeutschland (EKM) rechnet mit einem Scheitern ihrer Klage, Kommunen für den Erhalt von Kirchengebäuden finanziell in die Pflicht zu nehmen.
 

DIE WELT

Das Verwaltungsgericht Weimar habe in der mündlichen Verhandlung eindeutig zu erkennen gegeben, dass es sich einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahr 2008 anschließen wolle, teilte die EKM am Donnerstag in Erfurt mit. Damals klagte die Kirchengemeinde Häselrieth gegen die Stadt Hildburghausen und verlor. Die Richter urteilten laut EKM, dass einst vertraglich festgelegte Kirchenbaulasten mit der deutschen Einheit «untergegangen» seien.

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Taylor: „Religionen können Frieden stiften“

Fünf Fragen an Professor Charles Taylor zur multikulturellen Gesellschaft und Verweltlichung, zu kultureller Prägung und der Rolle von Religionen.

Von Stefan Reccius|Deutsche Welle

Der deutsche Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas und sein kanadischer Kollege Charles Taylor sind am 29. September 2015 in Washington gemeinsam mit dem John W. Kluge Preis ausgezeichnet worden. Er gilt als höchste Ehrung für ein philosophisches Lebenswerk und ist mit 1,5 Millionen Dollar (1,3 Mio Euro) dotiert. Am Tag der Preisverleihung stellten sich beide in der Bibliothek des US-Kongresses den Fragen der Deutschen Welle.

DW: Herr Professor Taylor, als Weltreisender in Sachen Philosophie haben sie sich ausführlich dem Konzept der multikulturellen Gesellschaft gewidmet. Was ist ihre zentrale Erkenntnis?

Charles Taylor: Ich sehe das auf zwei Ebenen. Multikulturalismus ist zunächst eine Tatsache: Die Gesellschaften westlicher Demokratien werden immer multikultureller, zum einen aufgrund von Einwanderung, zum anderen, weil Menschen innerhalb einer Gesellschaft neue Identitäten annehmen oder weil neue Identitäten Gehör finden, man denke an die Feminismus-Bewegung. Dadurch werden Gesellschaften immer facettenreicher. Daraus folgt als zweites die Frage, wie wir damit umgehen und uns gegenseitig respektieren.

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Dodo Thierse jammert über Gottlosigkeit der DDR

170px-Bundesarchiv_Bild_183-1990-0421-300,_Wolfgang_ThierseDas Christentum sei nirgendwo erfolgreicher bekämpft worden als in der DDR, erinnert sich Wolfgang Thierse. Er appelliert an ostdeutsche Christen, „sich nicht in die Defensive drängen zu lassen“.

DIE WELT

Die DDR-Einheitspartei SED hat nach Auffassung des ehemaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse den Osten Deutschlands zum „religionslosesten Land der ganzen Welt“ gemacht. „Das SED-Regime war auf keinem Felde so ‚erfolgreich‘ wie in der radikalen Entkirchlichung der Menschen“, sagte der SPD-Politiker der in Augsburg erscheinenden „Katholischen Sonntagszeitung“.

Mit diesem „Kulturbruch“ müsse man leben, meinte der ostdeutsche Politiker anlässlich des bevorstehenden 25. Jahrestags der deutschen Einheit. Die friedliche Revolution von 1989, bei der Christen eine führende Rolle gespielt hätten, habe zeitweise die Hoffnung genährt, dass dieser „Kulturbruch rückabgewickelt“ werden könne, sagte Thierse. „Jetzt muss man sehr nüchtern feststellen, dass sich diese Hoffnung nicht bewahrheitet hat.“

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Indien: Medizinmann soll Vierjährigen geopfert haben

Ein Medizinmann in Indien soll einen vierjährigen Jungen geopfert haben. Der Mann habe dem Kind in Andhra Pradesh im Süden des Landes den Kopf abgetrennt, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Dann habe er das Blut der hinduistischen Gottheit Kali opfern wollen, um Stärke und Wohlstand zu erhalten.

RP ONLINE

Dorfbewohner fanden den Kopf des Jungen. Einige von ihnen banden den mutmaßlichen Täter an einen Baum, übergossen den 35-Jährigen mit Kerosin und setzten ihn in Brand, wie der Polizeisprecher weiter sagte. Der Mann werde wegen seiner Brandwunden in einem Krankenhaus behandelt. In seinem Haus sei eine blutige Sichel gefunden worden. Es wird wegen Mordes ermittelt.

Im Hinduismus gibt es Jahrhunderte alte Traditionen, die Menschenopfer beinhalten. Die Rituale wurden vollzogen, um Götter zu beschwichtigen, Reichtum zu erhalten oder Dämonen fernzuhalten. Bis heute gibt es vereinzelt Menschen in Indien, die daran glauben.

„Pille“ für den Mann in Sicht?

Ein Spermium an der Eizelle: Mit dem neuen Mittel kann es nicht eindringen und bleibt so zeugungsunfähig. © Sashkinw /thinkstock
Pille statt Kondom: Es gibt neue Hoffnung für eine Verhütungspille für den Mann. Denn japanische Forscher haben ein Mittel entdeckt, das Spermien vorübergehend außer Gefecht setzt. Hemmten sie in Versuchen mit Mäusen damit Untereinheiten eines Spermienproteins, sahen die Samenzellen zwar äußerlich normal aus, schafften es aber nicht mehr, eine Eizelle zu befruchten. Das könnte auch bei menschlichen Spermien funktionieren, betonen die Forscher im Fachmagazin „Science“.

scinexx

Es gibt zwar die „Pille“ für die Frau, nicht aber ein medikamentöses Verhütungsmittel für den Mann. Und das, obwohl Forscher weltweit schon seit Jahrzehnten nach Möglichkeiten suchen, Spermien befruchtungsunfähig zu machen. 2012 entdeckten Wissenschaftler zwar ein Mittel, das die Spermienproduktion bei Mäusen vorübergehend stört. Dieses wirkte aber zu unspezifisch, um es beim Menschen einsetzen zu können.

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Religiotie: Neue Kirche nur fürs Einheitsfest

Pfarrerin Jutta Becher freut sich darüber, dass zum Einheitsfest die „Lichtkirche“ im Metzlerpark aufgebaut wird. Foto: peter-juelich.com
Extra zum Einheitsfest am Wochenende wird eine Kirche im Museumspark aufgebaut. Während der Einheitsfest finden dort viele Veranstaltungen statt – etwa ein Konzert mit dem Schauspieler und Musiker Jan Josef Liefers.

Von Judith Köneke|Frankfurter Rundschau

Die Außenwände stehen schon. Noch setzen Arbeiter die weißen Acrylplatten zwischen die Holzpfeiler und verschrauben die Bodenplatten. Altar, Giebelkreuz, Hocker und Leuchten fehlen noch. Der Aufbau des 50 Quadratmeter großen Gebäudes dauert etwa vier Tage. Doch die mobile Lichtkirche, die nachts in unterschiedlichen Farben schimmert, wird bis zur Eröffnung des Bürgerfests zu 25 Jahren deutsche Einheit fertig sein. Von Freitag bis Sonntag ist der mehrfach prämierte Bau im Museumspark zwischen Museum Angewandte Kunst und Weltkulturen-Museum zu finden.

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Verfassungsschutz-Einschätzung: Hitlers „Mein Kampf“ ohne Bedeutung für Neonazis

Bild: ADL
Bild: ADL

Ab 2016 darf „Mein Kampf“ wieder gedruckt werden. Erlebt Adolf Hitlers Propagandawerk eine Renaissance? Der Verfassungsschutz bleibt gelassen. Nach SPIEGEL-Informationen schätzt er das Interesse von Neonazis als gering ein.

SpON

Für deutsche Neonazis haben Adolf Hitler und seine Weltanschauung nach Ansicht des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) an Bedeutung verloren. Nach SPIEGEL-Informationen sieht der Inlandsgeheimdienst daher dem Auslaufen des Urheberrechtsschutzes von Hitlers Propagandaschrift „Mein Kampf“ gelassen entgegen.

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De Maizière kritisiert Flüchtlinge

Innenminister Thomas de Maizière. – Foto: AFP
Innenminister Thomas de Maizière verlangt eine „Ankommenskultur“ von den Flüchtlingen. Und bemängelt das Verhalten in den Unterkünften.

DER TAGESSPIEGEL

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht die große Zahl unregistrierter Flüchtlinge in Deutschland als „ernstes“ Problem. Im ZDF sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend: „Bis zum Sommer waren die Flüchtlinge dankbar bei uns zu sein. Sie haben gefragt, wo ist die Polizei, wo ist das Bundesamt. Wo verteilt Ihr uns hin.“ Das habe sich seither geändert.

„Jetzt gibt es schon viele Flüchtlinge, die glauben, sie können sich selbst irgendwohin zuweisen“, führte der Minister aus. „Sie gehen aus Einrichtungen raus, sie bestellen sich ein Taxi, haben erstaunlicherweise das Geld, um Hunderte von Kilometern durch Deutschland zu fahren. Sie streiken, weil ihnen die Unterkunft nicht gefällt, sie machen Ärger, weil ihnen das Essen nicht gefällt, sie prügeln in Asylbewerbereinrichtungen.“

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Mehrheit wünscht sich christliche Bigotterie in Talkshows

Tacheles, screenshot Brightsblog
Tacheles, screenshot Brightsblog
Die Stimme der Kirchen sollte laut Mehrheitsmeinung einen festen Platz in öffentlichen Debatten haben.

evangelisch.de

Wie aus einer repräsentativen Umfrage des evangelischen Monatsmagazins „chrismon“ (Oktober-Ausgabe) hervorgeht, hängt es jedoch mit dem konkreten Thema zusammen, ob Vertreter von Kirchen als Talkshow-Gäste im Fernsehen erwartet werden.

Demnach wünschen sich 67 Prozent bei Diskussionen über Sterbehilfe einen Kirchenvertreter am Tisch, 60 Prozent bei Debatten über Armut und 59 Prozent bei Gesprächen über den Islam. Zu der Flüchtlingsdebatte erwarten 57 Prozent einen Repräsentanten der Kirchen in Talkshows. Wenn es um Sexualität (32 Prozent) und Mindestlohn (25 Prozent) geht, wird weniger Wert auf kirchliche Stellungnahmen gelegt.

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Der große Bluff der Terrorbande Islamischer Staat

Dinar_IS

Russlands Eingreifen in Syrien lenkt den Fokus auf den IS. Eine Terrorbande, die sich perfekt inszeniert. Seinen Erfolg zieht der IS aber auch aus einem Versprechen, das für viele magisch wirkt.

Von Alfred Hackensberger|DIE WELT

Alleine der Anblick löst himmlische Gefühle aus. Wer den Gold-Dinar dann auch noch in der Hand halten darf, den überwältigt ein Rausch der Glückseligkeit – fast so, als hätte er gerade Bekanntschaft mit den 72 Jungfrauen gemacht, die eigentlich Märtyrern im Paradies vorbehalten sind. Das jedenfalls wollen eine Reihe von neuen Propagandavideos der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) suggerieren. Ihre Werbekampagne für den Gold-Dinar läuft auf Hochtouren.

Schon bald, so heißt es, werde die neue Währung in Umlauf kommen und den „korrupten internationalen Finanzmarkt“ auf den Kopf stellen. Aber nicht nur das: Der Dinar werde der Menschheit ewige Gerechtigkeit bescheren. Denn er sei das Zahlungsmittel aus der Zeit des Propheten Mohammed und damals, vor 1400 Jahren, so argumentieren die Salafisten, habe es die perfekte Gesellschaft gegeben. Mit der „Erlaubnis Gottes“ werde sich das nun wiederholen.

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Seligsprechungsverfahren für Exorzist einen Schritt weiter

Bild: Bill Flavell, FB
Bild: Bill Flavell, FB
Papst Franziskus hat die Seligsprechung eines mexikanischen Exorzisten einen entscheidenden Schritt vorangebracht.

kath.net

Papst Franziskus hat die Seligsprechung eines mexikanischen Exorzisten einen entscheidenden Schritt vorangebracht. Am Donnerstag bestätigte er dem Priester Juan Martin del Campo (1917-1996) den sogenannten heroischen Tugendgrad. Del Campo  war von 1987 bis 1995 im Erzbistum Xalapa für Dämonenaustreibungen zuständig.

Laut mexikanischen Medien gelang es dem Geistlichen in zahlreichen Fällen, «über die Mächte des Bösen zu triumphieren».

Schnöggersburg: Der „urbane Ballungsraum“ der Bundeswehr

Stadtplan Schnöggersburg. Bild: Bundeswehr/Jörg Jankowsky
Schnöggersburg, in dem die Bundeswehr den Stadtkampf üben soll, hat nichts von einer Smart City und scheint in der Vergangenheit zu verharren

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Während man sich anderen Orts bereits für den Cyberwar vorbereitet und dafür wie das Pentagon Miniatur-Modellstädte verwendet, um das Hacken und Manipulieren der Systeme sowie die Abwehr von Cyberangriffen in Smart Cities zu proben, wird in Deutschland für die Bundeswehr eine riesige Phantomstadt erbaut. Man will den physischen Stadtkampf trainieren und lässt sich das mehr als 100 Millionen Euro kosten, um auf 6 Quadratkilometern auf dem Truppenübungsplatz Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide eine Stadt nachzubauen, um möglichst realistisch in Zeiten der Simulation zu üben. Einige Siedlungen gibt es dort schon, aber man will eben eine richtige, kleine, moderne Stadt.

Auch einen Namen hat die Stadt erhalten, der sehr provinziell und norddeutsch klingt: Schnöggersburg – exakt: „Urbaner Ballungsraum Schnöggersburg“ – besteht noch ganz nach traditionellem Urbanismus aus einer alteuropäischen Altstadt und einer Neustadt, einer Hochhaussiedlung, einem Regierungsviertel und einer Einkaufsstraße, einem Industriegebiet, einer Landebahn für Flugzeuge und – zukunftsweisend? – einer Art Slum, einer Müllhalde und einem Trümmerfeld, auch „zerstörte Infrastruktur“ genannt. Auch ein Friedhof ist geplant, selbst eine Moschee, ganz am Rand, neben dem Müllplatz, ist ein Bahnhof. Was braucht man noch: eine Hochschule, eine Tankstelle, einen Radio-/TV-Sender, selbst in einem Museum soll der Stadtkampf geübt werden.

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„Christliche Aktivistin“ in Wiener ÖVP sorgt für Aufregung

foto: pressefoto Kugler kämpft gegen Diskriminierungsverbote für Angehörige der LGBTQ-Community
Gudrun Kugler will Christen vor Verfolgung schützen – und vor der Homo-Ehe: 2010 bekam sie über 3.000 Vorzugsstimmen

derStandard.at

Besonders überzeugt von den Inhalten ihrer Partei ist ÖVP-Kandidatin Gudrun Kugler offenbar nicht. „Trotz allem ist die ÖVP die beste Wahl für Christen“, lautet der offizielle Slogan der 40-jährigen Juristin, die gute Chancen auf den Einzug in den Wiener Landtag hat. Sie selbst spürt einen „überwältigenden Zuspruch“ aus der Bevölkerung.

Das dürfte vor allem an jenen Menschen liegen, die genau wissen, was Kugler mit ihrem „Trotz allem“-Slogan meint: Sehr gläubige Christen, die sich enttäuscht über liberale Tendenzen in der ÖVP zeigen. Beobachtet man Kuglers Wahlkampfstrategie, tauchen vor allem Themen wie Homo-Ehe, Schwangerschaftsabbruch und der Kampf gegen Sterbehilfe auf.

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Die Chamäleonfolie

Eine neu entwickelte Siliziummembran hat das Potenzial, Unsichtbares sichtbar und Sichtbares unsichtbar zu machen.

Von Joseph Scheppach|Technology Review

Erstaunt reißt der Autofahrer die Augen auf. Der Asphalt der Brücke, die er überqueren will, ist von farbigen „Äderchen“ durchzogen. Der Mann tritt auf die Bremse – Minuten später wird die Brücke gesperrt. Sie hat Risse.

Das Beispiel ist fiktiv – aber bald könnten nicht nur an Brücken, sondern auch an Flugzeugen und Gebäuden winzigste Schadstellen durch Leuchtfarben aufgezeigt werden, und zwar lange bevor man die Haarrisse mit bloßem Auge wahrnimmt. Dazu müssten Asphalt, Flugzeugflügel oder Häuserwände mit dem neuen Material überzogen werden, das die Elektrotechnikerin Connie Chang-Hasnain von der University of California vor wenigen Monaten erstmals hergestellt hat: eine Siliziummembran, tausendmal so dünn wie ein Haar und sehr flexibel. Sie wird von einem Muster feinster Rippen durchzogen, jede nur 100 Nanometer dick. Sobald die Membran nur ein klein wenig zusammengedrückt oder auseinandergezogen wird, reflektieren die Rippen das Licht in einer anderen Wellenlänge. Dadurch wechselt für das menschliche Auge die Farbe.

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Wie viele Menschen kamen bei Panik in Mekka ums Leben?

Behörden checken die Papiere eines Sarges, der in Lahore, Pakistan, eingetroffen ist. / Bild: (c) REUTERS
Die Opferbilanzen mehrerer Länder deuten auf mehr als 940 Tote hin. Alleine 600 Menschen werden noch vermisst.

Die Presse.com

Bei der tödlichen Massenpanik bei der muslimischen Pilgerfahrt Hadsch in Saudi-Arabien sind möglicherweise deutlich mehr Menschen ums Leben gekommen als bekannt. Aus überwiegend offiziellen Bilanzen von insgesamt 23 Ländern ging am Donnerstag hervor, dass bei dem Unglück mehr als 940 Menschen getötet wurden. Nach Angaben des Iran hat sich allein die Zahl der iranischen Todesopfer fast verdoppelt.

Saudi-Arabien hatte die Zahl der Toten mit 769 angegeben und zudem von 934 Verletzten gesprochen, jedoch keine Angaben zu den jeweils betroffenen Ländern gemacht. Auch die Zahl der Vermissten wurde nicht genannt. Ebenfalls keine Angaben machte gab es dazu, ob es auch saudi-arabische Todesopfer gab. Saudi-Araber sind unter den Hadsch-Pilgern eine Minderheit.

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Papier zweifelt an Beschlagnahmung von Immobilien

Mehrere Bundesländer überlegen, für die Flüchtlingsunterbringung Immobilien zu beschlagnahmen. In Hamburg stimmte die Bürgerschaft bereits dafür. Ex-Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier hat Bedenken.

DIE WELT

Der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hegt rechtliche Bedenken gegen die Beschlagnahmung von Immobilien, um dort Flüchtlinge unterzubringen. Es sei zwar prinzipiell „denkbar, dass die zuständigen Behörden im Wege des polizeilichen Notstandseingriffs so vorgehen“, sagte Papier dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel„. Die Zulässigkeit einer Beschlagnahmung hänge jedoch im Einzelfall von engen Voraussetzungen ab.

Ein solcher Eingriff in das Eigentum könne zwar durch Polizei- und Sicherheitsgesetze der Länder gerechtfertigt sein, wenn es darum geht, eine erhebliche, akute Gefahr für die Gesundheit oder gar das Leben der Flüchtlinge abzuwenden. „Eine solche Gefahrenlage haben wir im Moment aber nicht“, sagte der 72-jährige Staatsrechtler.

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