Sachbuch „Die 4. Revolution: „Das digitale Menschenbild


Ein Magnet im Zeigefinger – schon jetzt optimieren Menschen ihren Körper mit Implantaten. (picture alliance / dpa / Ole Spata)
Nach Kopernikus, Darwin und Freud sieht Luciano Floridi die Menschheit auf dem Wege zu einem neuen philosophischen Selbstverständnis. „Die 4. Revolution“ sei angebrochen, so der Titel seines Buchs, in dem er eine „Onlife“-Zukunft vorhersagt. Aber ist diese Erkenntnis wirklich neu?

Von Tobias Nagorny|Deutschlandradio Kultur

Welches Selbstbild hat der Mensch im digitalen Informationszeitalter? Um diese Frage zu beantworten, holt der renommierte italienische Informationstheoretiker Luciano Floridi historisch ziemlich weit aus. Ein spannendes und verkopftes Unterfangen.

Das philosophische Selbstverständnis des Menschen hat sich in den vergangenen Jahrhunderten bereits dreimal revolutioniert. Unsere frommen Ansichten über die zentrale Stellung der Erde im Universum wurden von Nikolaus Kopernikus gehörig korrigiert. Der Mensch zog sich, ein wenig bescheidener, zumindest auf seine zentrale Stellung auf der Erde zurück: Als biblische „Krone der Schöpfung“. Doch mit Charles Darwin und seiner Evolutionstheorie wurde auch dieses Weltbild wissenschaftlich widerlegt.

Es blieb noch die beherrschende Stellung im Raum unseres Denkens und unseres Bewusstseins. Doch auch die Formel „Ich denke, also bin ich“ vom französischen Philosophen René Descartes wurde mit der Entdeckung des Unbewussten von Sigmund Freud zertrümmert.

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