Schnöggersburg: Der „urbane Ballungsraum“ der Bundeswehr


Stadtplan Schnöggersburg. Bild: Bundeswehr/Jörg Jankowsky
Schnöggersburg, in dem die Bundeswehr den Stadtkampf üben soll, hat nichts von einer Smart City und scheint in der Vergangenheit zu verharren

Von Florian Rötzer|TELEPOLIS

Während man sich anderen Orts bereits für den Cyberwar vorbereitet und dafür wie das Pentagon Miniatur-Modellstädte verwendet, um das Hacken und Manipulieren der Systeme sowie die Abwehr von Cyberangriffen in Smart Cities zu proben, wird in Deutschland für die Bundeswehr eine riesige Phantomstadt erbaut. Man will den physischen Stadtkampf trainieren und lässt sich das mehr als 100 Millionen Euro kosten, um auf 6 Quadratkilometern auf dem Truppenübungsplatz Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide eine Stadt nachzubauen, um möglichst realistisch in Zeiten der Simulation zu üben. Einige Siedlungen gibt es dort schon, aber man will eben eine richtige, kleine, moderne Stadt.

Auch einen Namen hat die Stadt erhalten, der sehr provinziell und norddeutsch klingt: Schnöggersburg – exakt: „Urbaner Ballungsraum Schnöggersburg“ – besteht noch ganz nach traditionellem Urbanismus aus einer alteuropäischen Altstadt und einer Neustadt, einer Hochhaussiedlung, einem Regierungsviertel und einer Einkaufsstraße, einem Industriegebiet, einer Landebahn für Flugzeuge und – zukunftsweisend? – einer Art Slum, einer Müllhalde und einem Trümmerfeld, auch „zerstörte Infrastruktur“ genannt. Auch ein Friedhof ist geplant, selbst eine Moschee, ganz am Rand, neben dem Müllplatz, ist ein Bahnhof. Was braucht man noch: eine Hochschule, eine Tankstelle, einen Radio-/TV-Sender, selbst in einem Museum soll der Stadtkampf geübt werden.

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