Bismarck und die Folgen: Vater Staat und Mutter Kirche


Bismarckstatue in Berlin, zur Verdeutlichung seiner herausragenden Bedeutung umstellt von Atlas, Siegfried, Sibylle und einer Sphinx. (picture alliance / dpa / Thalia Engel)
Reichskanzler Otto von Bismarck hat die Katholiken bekämpft und die Rechte der Kirche massiv eingeschränkt. Teilweise mit spürbaren Folgen bis heute, auch nicht immer negativ.

Von Stefan Förster|Deutschlandradio Kultur

Heute ist sie eine der katholischen Attraktionen unweit des Kurfürstendamms: die Kirche St. Ludwig. Sie ist eine der wenigen katholischen Kirchen, die mitten auf einem großen Platz steht, die Umgebung lockt mit Galerien, guten Restaurants und Weinlokalen, die Franziskaner-Patres sind bekannt für gute Predigten, auch die Kirchenmusik hat einen guten Ruf. Ein Fernseh-Journalist meinte gar, es sei die einzige Kirche, in der man in Berlin zum Gottesdienst gehen könne.

Namengebend ist natürlich ein heiliger Ludwig, ein heiliger König zumal, auch wenn St. Ludwig eigentlich und ursprünglich ein Mahnmal und Denkmal für den „Kulturkampf“ ist. Denn die Erbauer hatten einen anderen Ludwig im Sinn, als sie nach einem Patron für die Kirche suchten: Ludwig Windthorst, Sprecher der Zentrums-Partei in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts im Berliner Reichstag. Und Sprecher bedeutete für die katholische Zentrumspartei in dieser Zeit in erster Linie: Bismarck widersprechen!

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