Kardinal: Russische Kirche sucht Nähe zu Putin wie in Zarenzeit


kreml_orthodoxKardinal Lubomyr Husar hat die Anlehnung der orthodoxen Kirchen des Moskauer Patriarchats an die Politik von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin kritisiert.

kath.net

Das frühere Oberhaupt der mit Rom unierten griechisch-katholischen Kirche in der Ukraine, Kardinal Lubomyr Husar, hat die Anlehnung der orthodoxen Kirchen des Moskauer Patriarchats an die Politik von Russlands Staatspräsident Wladimir Putin kritisiert. «Wie unter dem Zaren» sei die russische Kirche derzeit stark um Nähe zu den jeweiligen Machthabern bemüht, sagte der 82-jährige Husar der Presseagentur Kathpress in Lviv (Lemberg). Er halte dies für eine «große Tragödie». Auch nach dem Ende der Sowjet-Ära habe es in dieser Hinsicht «keine Loslösung» gegeben.

Husar bewertete den russischen Einfluss auf die Ukraine äußerst negativ. Schon der Bolschewismus habe versucht, ukrainisches Nationalbewusstsein zu vernichten. Nach der politischen Wende sei die Ukraine ein «verwundetes Volk» gewesen; die UdSSR habe die «Unkultur der Korruption» als Erbe hinterlassen. Erst die Majdan-Bewegung, in die sich Husar mit Aufrufen zu Gewaltverzicht einbrachte, habe der Ukraine neues Selbstbewusstsein verschafft.

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