Auf Sinti und Roma „einschlagen“ ist Normalität in Europa


Eine deutsche Sinti-Familie um 1933. (Screenshot)
Das Schicksal der Sinti und Roma in Europa während des Dritten Reichs wurde bis zum heutigen Tage in Gesamteuropa nicht ausreichend aufgearbeitet. Bis Ende der 1970er Jahre gab man diesen Menschen sogar die Schuld an ihrer eigenen Ermordung. Das Wort „Zigeuner“ stammt aus dem Nationalsozialismus1 und findet trotzdem noch Verwendung.

Deutsch Türkische Nachrichten

Der Historiker Wolfgang Benz sagt, dass den Sinti und Roma nach dem Zweiten Weltkrieg eine Lobby gefehlt hat. Deshalb konnten sie weder ihre Rechte einfordern, noch ihre Erfahrungen im Dritten Reich öffentlichkeitswirksam vortragen. Bis Ende der 1970er Jahre „hielt man sie sogar selbst für selbst schuld an dem, was passiert ist“. „Sie wurden als asoziale Menschen betrachtet, die sich nicht anpassen konnten. Es hieß, sie seien an ein geordnetes Leben nicht zu gewöhnen – und ihre Ermordung im KZ kein rassistisches Verbrechen, sondern quasi Kriminalitätsprävention“, sagt Benz in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung.

Benz wörtlich: „Sinti und Roma haben immer am Rande der Gesellschaft gelebt, auch wegen ihres Aussehens wurden sie als Fremde wahrgenommen. Man sagte ihnen nach, sie wollten keine anständige Arbeit und keinen festen Wohnsitz – dass man ihnen beides verwehrte, kehrte man unter den Tisch.“

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1 So wie es da steht ist es falsch.
Zigeuner ist eine im deutschen Sprachraum seit dem frühen 15. Jahrhundert belegte, mutmaßlich auf das byzantinische Griechisch zurückgehende Fremdbezeichnung für Bevölkerungsgruppen, denen in Stereotypen ausgeprägte, jeweils auffällige, von der Mehrheitsbevölkerung abweichende Eigenschaften zugeordnet werden.Wikipedia