Kirche und Sexualität: Am Ende versöhnen sich alle


Die Bischofssynode hat begonnen und wird bis zum 25. Oktober dauern. ©DPA
Ein scharfer Richtungsstreit über Ehe und Sexualität vergiftet das Klima in der katholischen Kirche. Gekämpft wird mit harten Bandagen. Die Bischofssynode im Vatikan soll den Streit jetzt schlichten.

Von Markus Günther|Frankfurter Allgemeine

Der Zufall (alias: Gott) will es, dass ausgerechnet heute in jedem katholischen Gottesdienst rund um die Welt genau diese Worte vorgelesen werden: „Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.“ Ehen, so die traditionelle Deutung der Worte Jesu im Markusevangelium, die der liturgische Kalender für diesen Sonntag vorsieht, werden im Himmel geschlossen; eine Scheidung ist nicht vorgesehen.

Gilt das auch heute noch? Lässt sich eine solche Vorstellung überhaupt noch vermitteln, wenn in manchen Ländern fast jede zweite Ehe geschieden wird? Das ist einer der zentralen Streitpunkte bei der Familiensynode, die Papst Franziskus ab heute einberufen hat – kein Konzil und kein Kirchenparlament, aber doch ein Ort der Meinungsbildung und der Grundsatzdebatten unter 400 Kardinälen, Bischöfen, Theologen und Laien.

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