Waffengewalt in Amerika: Die ernüchternde Sprache der Zahlen


©CNN, Frankfurter Allgemeine
Eine neue Statistik vergleicht die Zahl der durch Schusswaffen und der durch Terrorismus getöteten Amerikaner. Das Ergebnis ist bestürzend.

Von Stefan Tomik|Frankfurter Allgemeine

Dass Journalisten sich ihre Recherchen von Politikern auftragen lassen, ist eher ungewöhnlich. Und doch folgte der amerikanische Fernsehsender CNN der Bitte von Präsident Barack Obama an die Medienvertreter, doch einmal die Zahlen der von Terroristen und durch Schusswaffen getöteten Amerikaner zu ermitteln und miteinander zu vergleichen. Das Ergebnis zeigt: Zwischen 2001 und 2013 kamen mehr als hundert Mal mehr Amerikaner in den Vereinigten Staaten durch Schusswaffen ums Leben als bei Terroranschlägen auf der ganzen Welt.

Sichtlich bedrückt hatte Obama am vergangenen Donnerstag seiner Enttäuschung darüber Luft gemacht, dass Amerika die Waffengesetze trotz immer wiederkehrender Amokläufe an Schulen und Universitäten nicht verschärfe. Der Präsident war mit seinen Initiativen dafür immer wieder am Kongress gescheitert, den die Republikaner dominieren. Und immer wieder musste er den Opfern von Schießereien sein Beileid aussprechen – schon 15 Mal seit Beginn seiner ersten Amtszeit. „Wir sind demgegenüber taub geworden“, beklagte Obama.

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