Die politische Ökonomie von Science 2.0


Bild: mashable.com
Der Politikwissenschaftler Philip Mirowski sieht neue Publikations- und Austauschmöglichkeiten für Wissenschaftler als „neoliberales Projekt“

Von Tino Brömme|TELEPOLIS

Von Intellektuellen an Hochschulen, die sich einsetzen für Studenten und Kollegen, für die Integrität von Lehre der Forschung, auch gegen Universitätsleitungen oder staatliche und wirtschaftliche Interessen, wird viel zu wenig berichtet. Von Andrew Ross von der Universität von New York, der zusammen mit Studierenden gegen Studiengebühren als Mittel der politischen Kontrolle protestiert, hörte man wenig. Nur als ihm die Einreise nach Dubai verweigert wurde, weil er dort über die Ausbeutung und Entrechtung von Gastarbeitern recherchierte.

Oder von Ewald Engelen und seinen Kollegen an der geisteswissenchaftlichen Fakultät der Universität Amsterdam, der bei der Besetzung des Rektorats mitwirkt, um mit den Studierenden gegen die Finanzialisierung ihrer Hochschule, und ihre Überschuldung durch Immobiliengeschäfte zu protestieren.

Es wären auch französische Akademiker wie Forschungsdirektor Philippe Machetel aus Montpellier zu nennen, die das Sponsoring von Forschungslehrstühlen durch Konzerne wie Veolia und Suez anprangern, weil dort Gefälligkeitsgutachten für die Privatisierung der kommunalen Wasserversorgung das öffentliche Wohl und wissenschaftliche Ansehen gleichermaßen schädigen.

Berichten wir von Philip Mirowski, der an der University of Notre Dame in Indiana einen Lehrstuhl für Politikwissenschaft und Wirtschaft inne hat. Seit gut einem Jahr forscht er und hält Vorträge über „Science 2.0“ – immer warnend, was der wissenschaftlichen Gemeinschaft geschieht, wenn sie sich allzu arglos auf die verheißungsvollen akademischen Social-Media- und Publikationsangebote von allenthalben aufsprießenden Start-Ups einlässt.

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