„Eigentlich absurd“: Seelsorge in der Abschiebehaft


Stacheldrahtzaun © DryHndredFear @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Es gibt viele Gründe, warum Menschen in Abschiebehaft landen. In allen Fällen ist der Verwaltungsaufwand enorm. Die evangelische Pfarrerin Kornelia Frisch leistet Seelsorge. Sie ist sich sicher: Mit Rückkehrberatung, könne man sich Abschiebehaft komplett sparen.

Von Johannes Süßmann|MiGAZIN

Die Atmosphäre ist entspannt auf dem Gelände der brandenburgischen Flüchtlings-Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt. Menschen schlendern zwischen olivgrünen Zelten, tippen in ihre Handys, grüßen freundlich, auf einem Spielplatz toben Kinder. Immer wieder passieren Asylbewerber die Pforte, melden sich ab und gehen nach draußen. Vier von ihnen können das nicht. Sie sitzen in einem unscheinbaren Flachbau am Rand des Areals, umgeben von doppelt gerolltem Stacheldraht, in Abschiebehaft.

Zelle 1206: drei Stühle, Tisch, Blechspind, nackte Wände. Die Luft ist dick, aus dem Fernseher tönt ein Programm auf Arabisch. Tarek aus Tunesien ist seit zehn Tagen hier. „Langweilig, oder?“, fragt die evangelische Pfarrerin Kornelia Frisch. Seit 13 Jahren leistet die 63-Jährige Seelsorge in Abschiebe-Einrichtungen, vor allem in Berlin, seit Mai auch einmal pro Woche in Eisenhüttenstadt.

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