Stadt Essen lehnt Gebetsräume in Flüchtlingsheimen ab


Am „Tag der Offenen Moschee“ am 3. Oktober begrüßten die Essener Moscheen – so wie die im Bau befindliche „Ditib Merkez Moschee“ in Altendorf – Nachbarn, aber auch Glaubensbrüder aus den naheliegenden Flüchtlingsheimen.Foto: Stefan Arend / FUNKE Foto Services
Gebetsräume in Flüchtlingsheimen: Den Vorschlag lehnt die Stadt Essen ab, da sie Konflikte fürchtet. Essener Muslime wollen sich mehr um Flüchtlinge kümmern.

Von Gerd Niewerth|WAZ

Lange Zeit schien es so, als würden die alteingesessenen Muslime dieser Stadt ihre nach Essen geflüchteten Glaubensbrüder eher links liegen lassen. Damit soll nun Schluss sein. „Wir haben wirklich Nachholbedarf“, gesteht Muhammet Balaban, Vorsitzender der „Kommission Islam und Moscheen in Essen“.

Seiner Initiative im Integrationsrat, eigens Gebetsräume in Zeltdörfern und Flüchtlingsheimen für die überwiegend muslimischen Neuankömmlinge einzurichten, erteilte die Stadt allerdings eine kategorische Absage. „Wir lehnen dies strikt ab, weil wir fürchten, dass religiöse Konflikte in den Unterkünften dann eskalieren könnten“, stellt Ordnungsdezernent Christian Kromberg gegenüber dieser Zeitung klar. Der Spitzenbeamte verweist auf die Hausordnung in diesen kommunalen Einrichtungen, die die aktive und sichtbare Religionsausübung klipp und klar untersage. „Religion ist Privatsache, es gibt ja auch keine Gottesdienste im Ratssaal“, fügt er hinzu.

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