Mit neuen Krankheiten wird ein neuer Markt geschaffen

Astrid Randerath über Ursachen und Folgen der „Kinderkrankmacher“

Von Jens Wernicke|TELEPOLIS

Wir kennen sie aus unserer eigenen Schulzeit – den ewig Lauten, den Zappelphilipp, den Träumer – Kinder, die in irgendeiner Form auffallen. Die meisten kommen im Leben gut klar – ganz ohne spezielle Therapie. Doch wer heutzutage nicht funktioniert, bekommt schnell eine Diagnose und viel zu oft auch Medikamente. Tendenz steigend. Zur Frage, was hier eigentlich geschieht und warum mehr und mehr Kinder angeblich erkranken, sprach Jens Wernicke mit der ZDF-Journalistin Astrid Randerath. Zusammen mit Beate Frenkel hat sie das Buch „Die Kinderkrankmacher. Zwischen Leistungsdruck und Perfektion – Das Geschäft mit unseren Kindern“ geschrieben.

In deutschen Schulen geht es seit einigen Jahren ziemlich rund. Da gibt es – etwa mit G8 – zum einen immer höheren Druck. Und da gibt es, sozusagen auf der anderen Seite, auch immer mehr Kinder, die als „auffällig“, „gestört“ oder „behindert“ klassifiziert werden. Eine regelrechte Industrie ist hier offenbar am Entstehen, die den Betroffenen und ihren Eltern umgehend Hilfe offeriert.

Mit Ihrem neuen Buch „Die Kinderkrankmacher“ verlassen Sie die soeben skizzierte Analyse-Achse von „Wer bei zunehmendem Druck schwächelt, ist gestört“ und fokussieren stattdessen auf das Geschäft mit unseren Kindern. Um was für ein Geschäft handelt es sich dabei? Und wer betreibt dasselbe denn?

Astrid Randerath: Vor einigen Jahren trafen wir den Manager eines großen, weltweit operierenden Pharmakonzerns. Er sagte uns: „Jetzt knöpfen wir uns die Kinder vor. Die machen wir zu Kranken.“ Heute sehen wir, dass das offensichtlich funktioniert hat. Es wird ein Riesengeschäft auf dem Rücken unserer Kinder gemacht.

Vor 20 Jahren gab es etwa noch 5.000 Kinder mit ADHS, jetzt sind es angeblich über 600.000. Jährlich schlucken sie 1,75 Tonnen Tabletten dagegen. Tabletten mit schwersten Nebenwirkungen, wie etwa jener, dass sie nicht so wachsen wie andere, Herzrhythmusstörungen oder Depressionen bekommen. Das fanden wir alarmierend. Was tun wir da unseren Kindern an, die das Wichtigste sind, was wir haben!

Den Manager haben wir übrigens vor kurzem wieder getroffen. Er hat selbst Kinder und ist mittlerweile aus dem Geschäft ausgestiegen, weil er nicht mehr verantworten wollte, wie unsere Kinder zu Kranken gemacht werden.

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Woran das Zusammenleben von Christen und Muslimen oft scheitert

Der 24-jährige Joshua ist gebürtiger Pakistaner und aus seiner Heimat geflohen, weil er als Christ dort unterdrückt, diskriminiert und bedroht wurde. © stern TV
In den Flüchtlingsheimen leben Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammen. Immer wieder kommt es auch zu Konflikten, Christen fühlen sich vielfach durch Muslime diskriminiert und bedroht. Ein Problem, das gesellschaftliche Auswirkungen haben könnte.

stern.de

Die Nachrichten von Übergriffen muslimischer Flüchtlinge auf Christen in Asylbewerberheimen werden mehr. „In vielen Heimen wird nach der Regel der Scharia gelebt. Und wer sich da nicht anpasst, der kriegt Probleme“, sagt Pastor Dr. Gottfried Martens. Der Mann hat Hunderte überwiegend christliche Flüchtlinge in seiner Berliner Gemeinde aufgenommen. Viele seiner Schützlinge würden von Anfeindungen und Übergriffen gegen Christen berichten, so Martens. Elia Ali Reza Rahmani  ist einer von ihnen. Der 24-Jährige floh aus einem Flüchtlingsheim in Brandenburg in Pastor Martens Gemeinde – aus Angst vor seinen muslimischen Mitbewohnern. „Ich bin nach Deutschland gekommen, weil es ein christliches Land ist. Aber nach den Erfahrungen im Asylbewerberheim kommt es mir vor, wie im Iran“, sagt er im Interview.

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Streitgespräch: „Kein Islam ohne Islamismus“

„Der Koran steckt voller innerer Widersprüche“ picture alliance
Ist der Islam friedlich oder stiftet er zur Gewalt an? Über diese Frage streiten sich der Islamkritiker Hamed Abdel-Samad und die Islamwissenschaftlerin und Religionspädagogin Lamya Kaddor

Das Interview führten Alexander Kissler , Alexander Marguier|Cicero

LAMYA KADDOR legte gemeinsam mit Michael Rubinstein „So fremd und doch so nah – Juden und Muslime in Deutschland“ vor. Sie schrieb auch „Muslimisch, weiblich, deutsch! Mein Weg zu einem zeitgemäßen Islam“ und gab, gemeinsam mit Rabeya Müller, einen „Koran für Kinder und Erwachsene“ heraus. Sie ist Gründungsmitglied und Erste Vorsitzende des Liberal-Islamischen Bundes e. V. und lehrte am „Centrum für Religiöse Studien“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

HAMED ABDEL-SAMAD gab im Juli 2014 bekannt, dass er Deutschland nach 19 Jahren verlassen werde: „Deutschland wird immer ungemütlicher für Menschen wie mich. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Warnung. Ja, ich bin müde geworden und kann den Druck nicht mehr aushalten.“ Im Sommer 2013 erließ ein ägyptischer Geistlicher einen Mordaufruf nach einem islamkritischen Vortrag Abdel-Samads in Kairo. Der Autor ( u. a. „Der islamische Faschismus“, „Mein Abschied vom Himmel“) habe den Propheten beleidigt

Herr Abdel-Samad, sind Sie eigentlich noch Muslim?
Hamed Abdel-Samad: In einem konfessionellen Sinn gewiss nicht, kulturell schon eher. Ich habe mir den Islam nicht ausgesucht, aber er fließt gewissermaßen durch meine Adern. Ich bekomme ihn nicht los.

Ist es denn überhaupt möglich, aus dem Islam auszutreten?
Lamya Kaddor: Das kommt auf die Perspektive an und wie man einen solchen Austritt versteht. Viele islamische Theologen bejahen dieses Recht, andere lehnen es ab.
Abdel-Samad: Das ist typisch für den Islam. Man findet immer jemanden, der haarklein begründet, warum eine Sache so und nicht anders sein müsse – und man findet jemanden, der das Gegenteil ebenso islamisch begründet.
Kaddor: In allen Religionen gibt es verschiedene Interpretationen. Das ist nichts Besonderes.
Abdel-Samad: Nur der Islam aber tritt mit dem Anspruch auf, er sei das letzte und endgültige Wort Gottes. Wenn Gott im Koran ein für alle Mal gesprochen haben soll, muss ich erwarten können, dass er sich eindeutig äußert. Das tut er aber nicht. Der Koran steckt voller innerer Widersprüche. Sie bilden den Keim für die blutigen innerislamischen Schlachten, die unmittelbar nach Mohammeds Tod begonnen haben. Ein Gott, der so etwas wollen kann, wäre ein Psychopath.
Kaddor: Geht es auch ohne Polemik? Wir müssen uns schon die Mühe machen zu differenzieren. Der Koran fordert dazu auf, selbst nachzudenken.
Abdel-Samad: Wenn mich mein Nachdenken aber dazu verleitet, den Islam verlassen zu wollen, hört der Spaß sofort auf.

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Der größte Unfug des Jahres

Das Goldene Brett wird für den größten pseudowissenschaftlichen Blödsinn des Jahres vergeben – Foto: GWUP
Am 21. Oktober wird das „Goldene Brett vorm Kopf“ für den größten esoterischen Blödsinn des Jahres vergeben. Wer gehört zum Favoritenkreis?

Von Florian Aigner|futurezone.at

Es gibt jede Menge Unfug auf der Welt. Gutbezahlte Wunderheiler knöpfen leichtgläubigen Patienten Geld ab, phantasievolle Verschwörungstheoretiker vergrößern auf Kosten verängstigter Menschen ihr Ego. Über esoterischen Unfug habe ich schon oft geschrieben – von Heilkristallen bis zu belebtem Wasser, von bedrohlichen Chemtrails bis zu den Reptilien-Aliens, die angeblich im Geheimen die Weltherrschaft an sich reißen.

Nun ist es wieder Zeit, den größten antiwissenschaftlichen Blödsinn auszuzeichnen. Am 21. Oktober wird in der Wiener Urania das Goldene Brett vorm Kopf vergeben – an Personen oder Institutionen, die durch haarsträubende, skurrile, pseudowissenschaftliche Aussagen und Aktionen aufgefallen sind. Seit 21. September werden auf der Webseite www.goldenesbrett.guru Nominierungen gesammelt, bis 9. Oktober können Sie noch ihre persönlichen Favoriten vorschlagen. Aber schon jetzt lohnt es sich, einen Blick auf einige der bisher nominierten Brett-Kandidaten zu werfen.

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Feiertagsgesetz: Tanzen erlaubt

Jeder ein Kreuz.
Jeder ein Kreuz.
In Baden-Württemberg herrscht bisher eines der striktesten Tanzverbote. Die Landesregierung hat nun beschlossen die Regelungen zu lockern. An mehreren Feiertagen heißt es jetzt statt Tanzverbot „Tanzen erlaubt“.

Pressemitteilung Staatsministerium Baden-Württemberg

Das sogenannte Tanzverbot ist in Baden-Württemberg durch das Feiertagsgesetz geregelt. Im bundesweiten Vergleich ist das Gesetz in Baden-Württemberg besonders streng. Doch heute gestalten viele Menschen ihre Freizeit an arbeitsfreien Tagen anders. An diesen gesellschaftlichen Wandel passt die Landesregierung nun die Regelungen im Feiertagsgesetz an.

An vielen Feiertagen entfällt künftig das Tanzverbot. Etwa an Neujahr, Ostermontag, Christi Himmelfahrt und den Weihnachtsfeiertagen. Auch soll es an Sonntagen kein Tanzverbot mehr geben. Im Übrigen bleiben die Schutzvorschriften für Sonn- und Feiertage aber unberührt, sodass ruhestörende Arbeiten ebenso verboten bleiben wie störende Handlungen zur Gottesdienstzeit und in der Nähe von Kirchen.

Bei der Reform hat sich die Landesregierung daran orientiert, ob Tanzveranstaltungen mit Aussage und innerem Gehalt des jeweiligen Feiertages vereinbar sind. So besteht am Karfreitag als einem der schutzwürdigsten Feiertage auch weiterhin ein ganztägiges Tanzverbot. Statt der ganztägigen Tanzverbote an Gründonnerstag und Karsamstag gilt das Tanzverbot künftig nur noch von Gründonnerstag 18 Uhr bis Karsamstag 20 Uhr. Außerdem gelten Tanzverbote dann nur noch an Allerheiligen, Buß- und Bettag, Volkstrauertag und Totengedenktag („Totensonntag“). Hier passt der Gesetzentwurf den Beginn der Tanzverbote jedoch an die örtlichen allgemeinen Sperrzeiten an.

Ministerpräsident Kretschmann zeigt sich davon überzeugt, dass mit der Gesetzesreform ein guter Ausgleich der teilweise unterschiedlichen Interessenlagen erreicht werde. „Auch die Anhörung der beteiligten Stellen, die ihre grundsätzliche Zustimmung signalisierten, hat gezeigt, dass wir mit dem Gesetzesvorhaben den richtigen Weg eingeschlagen haben“, hob Innenminister Gall hervor.

Übersicht der Änderungen

Tanzverbot fällt weg:

  • Alle Sonntage
  • Neujahr
  • Erscheinungsfest (6. Januar, auch Heilige Drei Könige oder Epiphanias genannt)
  • Ostermontag
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Fronleichnam
  • Heilig Abend
  • 1. Weihnachtstag
  • 2. Weihnachtstag

Tanzverbote bleiben bestehen:

  • Allerheiligen
  • Allgemeiner Buß- und Bettag
  • Volkstrauertag
  • Totengedenktag (auch Toten- oder Ewigkeitssonntag genannt)
  • Gründonnerstag (ab 18 Uhr)
  • Karfreitag
  • Karsamstag (bis 20 Uhr)

Dr.med Dreist: Ursula von der Leyen als Exempel?

UvdL

Unter Doktoranden der Medizin scheint Plagiieren gang und gäbe zu sein. Nun ist Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in den Fokus der Plagiatejäger geraten.

Von Joachim Güntner|Neue Zürcher Zeitung

Schuldbewusstsein? Deutschlands Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bleibt unbeeindruckt. Noch besitzt die 1991 promovierte Medizinerin ihren Doktortitel, mögen auch die Plagiatejäger von VroniPlag Wiki herausgefunden haben, dass von der Leyens Dissertation zahlreiche wörtliche oder sinngemässe Textübernahmen enthält, die nicht ausgewiesen sind. Zu den Plagiaten gesellen sich Quellenangaben, die das Gesagte gar nicht belegen.

Von der Leyens Alma Mater, die Medizinische Hochschule Hannover, hat nach einer Vorprüfung eine «förmliche Untersuchung» der Dissertation eingeleitet. Als Vorverurteilung sollen wir das nicht verstehen. Doch wer sich auf VroniPlag selbst ein Bild macht, benötigt nicht das Urteil einer Prüfungskommission, um festzustellen, dass von der Leyens Arbeit den – auch von der Promotionsordnung geforderten – wissenschaftlichen Standards korrekten Zitierens nicht genügt.

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God delusion: Justin Bieber – ‚Ich möchte leben wie Jesus’

Bild: humoroutcasts.com
Auf Gott könne er sich in jeder Situation verlassen. Jesus sei für unsere Sünden gestorben und ein großartiges Vorbild, sagt der kanadische Popstar.

kath.net

Der kanadische Popstar Justin Bieber (21) sprach in einem Interview mit dem Magazin Complex von seinem Glauben an Jesus Christus. Sein Glaube habe ihn auf eine völlig andere Ebene gebracht, sagte Bieber, der in der Vergangenheit immer wieder durch persönliche Eskapaden in die Schlagzeilen der Klatschpresse gekommen ist.

Ich kann mich nicht auf Menschen verlassen. Ich kann mich auf Gott verlassen. Ich kann ihm in allen Situationen vertrauen. Dann werden sich auch meine anderen Beziehungen entfalten, hoffe ich“, sagte Bieber wörtlich.

Jesus sei ein beeindruckendes Vorbild an Nächstenliebe, Großzügigkeit und Entgegenkommen. Er sei für unsere Sünden gestorben. Daran erinnere er sich, wenn er etwas nicht tun wolle, von dem er wisse, dass es das Richtige sei. Jesus habe bestimmt auch keine große Lust gehabt, zu seiner Kreuzigung und seinem Tod zu gehen, meint Bieber.

Er wolle wie Jesus leben, sei sich aber bewusst, dass er nicht wie Jesus sein könne, sagt der Popstar.

Erdogan in Straßburg: Die Sitten im Gastland missachtet

Mit und ohne Kopftuch: In Straßburg jubeln Erdogan-Fans ihrem Idol zu. ©AFP
Ein Wahlkampfauftritt des türkischen Staatschefs Erdogan in Straßburg empört das laizistische Frankreich. Und dem Front National dient der frühere AKP-Vorsitzende als Kronzeuge für die drohende Islamisierung des Landes.

Von Michaela Wiegel|Frankfurter Allgemeine

Ein Imam rezitiert Koranverse, danach werden die türkische Nationalhymne und die Marseillaise angestimmt. Im „Zénith“ von Straßburg, der mit öffentlichen Mitteln finanzierten Festhalle, haben sich am Sonntagabend mehr als 12.000 Türken versammelt. Recep Tayyip Erdogan hat offiziell zu einer „Bürgerbegegnung gegen den Terrorismus“ eingeladen. Doch es geht dem türkischen Staatschef vor allem darum, vor den Wahlen am 1. November um die Sympathien der Auslandstürken zu werben. Allein beim türkischen Konsulat in Straßburg sind 74.000 Wahlberechtigte eingeschrieben.

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Bamberger Priester will mit Frau zusammenleben – suspendiert

FB-Seite des Bamberger Bishcofs Schick. Screenshot: BB
FB-Seite des Bamberger Bishcofs Schick. Screenshot: BB
Pfarrer Stefan Hartmann hat mitgeteilt, seine Gemeinde verlassen und künftig mit einer Frau zusammenleben zu wollen – Bistum Bamberg: So lange Hartmann bei seinem Entschluss bleibe, könne er seinen Dienst als Priester nicht mehr ausüben

kath.net

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick hat Pfarrer Stefan Hartmann (60) aus Oberhaid von seinen Ämtern entbunden. Hartmann hatte nach Angaben der Bistumspressestelle vom Montag im Sonntagsgottesdienst zuvor mitgeteilt, seine Gemeinde verlassen und künftig mit einer Frau zusammenleben zu wollen. Die Bamberger Bistumsleitung dankte ihm für seine Arbeit und äußerte zugleich großes Bedauern über Hartmanns Schritt. So lange er bei seinem Entschluss bleibe, könne er seinen Dienst als Priester nicht mehr ausüben. Hartmann hatte mehrfach für Schlagzeilen gesorgt, kath.net hat berichtet.

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Sex macht fruchtbarer

Viel und regelmäßiger Sex verändert das Immunsystem der Frau und begünstigt eine Sschwangerschaft © Shironosov/ thinkstock
Auch Sex außerhalb der fruchtbaren Zeit begünstigt eine Schwangerschaft. Denn bei sexuell aktiven Frauen verändert sich das Immunsystem, wie Forscher herausgefunden haben. Es produziert mehr Abwehrzellen und Antikörper, die die „fremden“ Spermien verschonen und eine Schwangerschaft fördern. Wer ein Kind bekommen möchte, sollte daher viel und regelmäßig Sex haben – egal ob gerade Eisprung ist oder nicht.

scinexx

Wenn es um die Fortpflanzung geht, steckt der weibliche Körper in einem vertrackten Dilemma: „Um sich zu schützen, muss sich der Körper gegen Eindringlinge verteidigen“, erklärt Tierney Lorenz von der Indiana University in Bloomington. „Aber wenn er dies gegenüber den Spermien oder dem Fötus tut, dann kann es keine Schwangerschaft geben.“ Denn die Spermien sind immunologisch gesehen Eindringlinge, ebenso wie der dann halbfremde Embryo.

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Trauma Wunden heilen, Narben bleiben

Ein Mann am Ende des Tunnels © Magdalena Roeseler @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
„Die Geschichten, die wir zu hören bekommen, sind oft schon sehr tragisch“, sagt Psychologin Veronika Wolf. Die Bundespsychotherapeutenkammer schätzt, dass mindestens die Hälfte aller Flüchtlinge in Deutschland psychisch krank ist.

Von Barbara Driessen|MiGAZIN

Amaru (32) ist seit acht Monaten in einem Container-Flüchtlingsheim in Düsseldorf untergebracht. Und seit acht Monaten schläft der junge Mann aus Nigeria jede Nacht im Freien. Das löst zuweilen Unverständnis aus: Sollte er nicht froh sein, ein Dach über dem Kopf zu haben? Anders als die vielen Tausend Flüchtlinge, die sich unterwegs noch durchschlagen müssen? Doch wer Amarus Geschichte hört, denkt anders.

Auf der Flucht wurden er, seine Frau und seine kleine Tochter in Libyen in einen Container gesperrt, wie Sklaven gehalten und auch vergewaltigt. Als sie endlich fliehen konnten, starben Frau und Tochter bei einer Explosion. Deswegen erträgt Amaru es nicht, sich in einem Container aufzuhalten. Seine Erlebnisse haben ihn schwer traumatisiert.

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Polen: Beten für den schwulen Priester

Auf ihre Vertreter im Vatikan lassen Polens Gläubige normalerweise nichts kommen… Foto: REUTERS
Das Coming-out von Krzysztof Charamsa stößt in seiner Heimat Polen auf Kritik. Der Geistliche hat vergangene Woche die Debatte selbst ausgelöst.

Von Jan Opielka|Frankfurter Rundschau

Wohl nirgendwo wird Krzysztof Charamsa kritischer gesehen als in seinem Heimatland Polen. Denn das Coming-out des homosexuellen Geistlichen ist in eine innerpolnische Debatte eingebettet. Die hatte der 43-Jährige vor einer Woche selbst ausgelöst, als er in einem Beitrag in der progressiv-katholischen Wochenzeitung „Tygodnik Powszechny“ die polnischen Bischöfe kritisierte. Sie täten nichts gegen Hasstiraden einzelner bekannter Geistlicher gegen Homosexuelle, schrieb Charamsa, der inzwischen von seinen bisherigen Tätigkeiten im Vatikan und an katholischen Institutionen entbunden wurde, in dem Artikel „Theologie und Gewalt“. Seine eigene Homosexualität verschwieg er dabei jedoch – und genau dies wird ihm nun vorgehalten.

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Künstliche Nervenzelle arbeitet wie echte

Bild: TR

Es klingt ein bisschen wie Science Fiction, Nervenzellen künstlich im Labor nachzubauen. Genau das ist der Arbeitsgruppe um Agneta Richter-Dahlfors vom Stockholmer Karolinska-Institut gelungen.

Von Hanns-J. Neubert|Technology Review

Genau wie echte Neuronen leiten ihre Polymer-Neuronen Nervenimpulse gezielt und genau nur an die Zellen weiter, die auch reagieren sollen. Sie wären zum Beispiel für Parkinson- und Epilepsie-Kranke ein Segen.

Da sich Nervenzellen aus Stammzellen noch nicht zuverlässig züchten lassen, sind die Patienten bislang auf Medikamente oder implantierte Elektroden angewiesen, um Linderung zu erfahren. Doch Medikamente und ihre Nebenwirkungen beeinflussen oft den ganzen Körper. Und auch Elektroden wirken nicht immer zielgerichtet, sondern regen auch unerwünschte Gehirngebiete an.

Der schwedische Prototyp besteht aus einem elektrisch leitfähigen, mehrere Zentimeter langen Polymerfaden, der mit biochemischen Botenstoffen, sogenannten Neurotransmittern, getränkt ist. Das Vorderende des Kunstneurons enthält einen Sensor, der auf den Botenstoff von echten Nervenzellen reagiert.

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Katholische Kirche: Schwule Priester sollen in Alpen-Kloster „geheilt“ werden

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Für den polnischen Geistlichen Krzysztof Charamsa muss das Coming-out besonders schwer gewesen sein: Die katholische Kirche schickt einem Medienbericht zufolge schwule Priester zur „Heilung“ ins Kloster – zusammen mit Pädophilen und Drogensüchtigen.

SpON

Erst das Coming-out des polnischen Priesters Krzysztof Charamsa am Wochenende und nun das: Die italienische Zeitung „La Repubblica“ berichtet über ein Kloster in den Alpen, in dem die katholische Kirche Homosexuelle „heilen“ wolle. Dabei warnte Papst Franziskus auf der wichtigen Familiensynode in Rom am Wochenende noch vor einer „Kirche mit verschlossenen Türen“.

Im Kloster Venturini in Trient würden Priester, die „unangemessene sexuelle Tendenzen zeigen“ in eine „Zeit der Ausbildung, persönliche Reflexion und Erleuchtung“ geschickt, schreibt das Blatt. Auch Pädophile oder männliche Drogen- und Alkoholabhängige würden unter Berufung auf einem Ordenssprecher in dem Kloster behandelt.

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Kalifornien: Ärzte dürfen künftig beim Suizid von Patienten helfen

In Kalifornien ist es Ärzten nun in bestimmten Fällen erlaubt, beim Suizid zu assistieren. © Picture Alliance
Die Sterbehilfe ist ein großes Thema: In Kalifornien wird sie nun in manchen Fällen möglich sein. Per Gesetz wird Ärzten erlaubt, beim Suizid von todkranken Patienten zu assistieren.
 

stern.de

Im US-Bundesstaat Kalifornien sollen Ärzte künftig todkranken Patienten beim Suizid helfen dürfen. Gouverneur Jerry Brown unterzeichnete am Montag das entsprechende Gesetz, um das es im Vorfeld heftige Diskussionen gegeben hatte. Er habe vor der Unterschrift sowohl mit Ärzten gesprochen als auch mit Vertretern der katholischen Kirche, die die Sterbehilfe ablehnt. „Am Ende habe ich mich gefragt, was ich im Angesicht meines eigenen Todes wollen würde“, erklärte Brown.

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Islamismus in Bayern: Salafist überrascht Verfassungsschutz

Islamische Jugend Aschaffenburg Facebook. Screenshot: bb
Islamische Jugend Aschaffenburg Facebook. Screenshot: bb
Die Islamische Jugend Aschaffenburg versucht, Flüchtlinge für ihre Ideen zu gewinnen. Eines der Mitglieder spricht mit dem BR. Der Mann sagt, dass er sich einen Gottesstaat wünscht. Diese Offenheit gegenüber Journalisten überrascht den Verfassungsschutz.

Von Joseph Röhmel, Diana Deutschle|BR24

Ein Anruf bei einem jungen Mann aus Aschaffenburg. Er ist Salafist, gehört zur sogenannten Islamischen Jugend Aschaffenburg. Was er sagt, haben wir protokolliert:

„Seit es die Trennung von Staat und Kirche gibt, können wir kein politisches System der Welt mehr akzeptieren, weil das mit Unglauben verbunden ist, den der Koran nicht zulässt. Das einzige, was wir akzeptieren können, ist ein Kalif, der von Gott eingesetzt ist. Nur solche Gesetze akzeptieren wir.“

Ein Mitglied der Islamischen Jugend Aschaffenburg

Nachgehakt beim Bayerischen Verfassungsschutz, der die Islamische Jugend seit über einem Jahr beobachtet: Pressesprecher Markus Schäfert spricht über die Äußerungen des Mannes im Bayerischen Rundfunk.

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Jihad-Karawane zieht aus Belgien in den Krieg

foto: ap / geert vanden wijngaert Sondereinheiten der Polizei nach einem Anschlag im Jänner 2015 in Brüssel. Die Sicherheitsdienste sind in Sorge, aus keinem anderen Land in Europa kommen gemessen an der Einwohnerzahl mehr Jihadisten als aus Belgien.
Kein anderes EU-Land hat, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele islamistische Kämpfer

Von Toumaj Khakpour|derStandard.at

Ein kurzer Atemzug. Mit Spannung im Gesicht erzählt Montasser AlDe’emeh seine Geschichte. Als Bub flieht er mit seiner Mutter aus Palästina nach Belgien und wächst in Brüssels berüchtigtem Problembezirk Molenbeek auf. „Die meisten Islamistenkämpfer sind von hier“, sagt er.

AlDe’emeh lebte zwischen den Müden und den Geschlagenen: „Ich hasste mich selbst, manchmal war ich sogar gegen alles.“ Irgendwann am Ende seiner Schulzeit wurde er selbst zu einem Müden, suchte Halt und fand ihn in Ansichten von radikalen Predigern wieder. „Und dann war ich bereit zu töten.“ Sein Blick wirkt ernst, seine Augenwinkel verkleinern sich, als er diesen Satz spricht. Der 26-Jährige ist ein junger Mann mit viel Lebenserfahrung. Er ist auch beispielhaft für die Generation Jihad. Zornig und hasserfüllt war er einst, wollte die Anstrengung, also den „Jihad“ schultern und sich der radikalislamischen Hisbollah anschließen. Seine Mutter konnte ihn im letzten Moment aufhalten.

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„Die Hälfte der Priester im Vatikan ist schwul“

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Der Theologe David Berger hat als Dozent für den Vatikan gearbeitet – bis er sich als schwul outete. Im Interview erzählt er, dass es gar nicht so schlimm sein, als Priester schwul zu sein – so lange man es nicht sagt.

Von Alica Müller|stern.de

Der Priester Krzysztof Charamsa ist nicht der erste Mann im Vatikan, der sich als schwul geoutet hat. Der Theologe David Berger lehrte an der Päpstlichen Akademie und war Herausgeber der katholischen Monatszeitschrift „Theologisches“ – bis er sich vor fünf Jahren in einem Zeitungsinterview outete. Seitdem war er unter anderem Chefredakteur des schwulen Lifestylemagazins „Männer“ und arbeitet mittlerweile als freier Journalist. Er ist sich sicher: „Ungefähr die Hälfte der Priester im Vatikan ist schwul.“

Herr Berger, Sie haben selbst jahrelang im Vatikan gearbeitet. Ist Krzysztof Charamsa als schwuler Priester ein Einzelfall?

Nein. Der Anteil der schwulen Männer unter den katholischen Priestern ist generell überdimensional hoch. Im Vatikan habe ich es so erlebt, dass die Zahl noch mal deutlich höher ist.

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Sultan Erdogan treibt den Preis hoch

erdogan-sultan

Der türkische Präsident benutzt die Flüchtlingskrise bei seinem Besuch in Brüssel zu brisanten Forderungen

Von Eric Bonse|TELEPOLIS

So einen großen Bahnhof hat es in Brüssel schon lange nicht mehr gegeben. Die Präsidenten aller drei großen EU-Institutionen hießen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan am Montag in der EU-Kapitale willkommen. Gleich dreimal durfte sich der selbstbewusste Sultan mit vorgefertigten Statements der Presse präsentieren (Fragen waren nicht zugelassen).

Nach Einzelgesprächen mit Jean-Claude Juncker (EU-Kommission), Donald Tusk (Rat) und Martin Schulz (Europaparlament) war Erdogan dann auch noch zu einem exklusiven (und natürlich vertraulichen) Arbeitsessen mit den drei EU-Chefs geladen. Zumindest unter der Juncker-Kommission hat es derlei Ehren für einen einzelnen Staatsmann noch nie gegeben. Erdogan wurde wie ein Herrscher empfangen, die EU-Politiker benahmen sich wie Bittsteller.

Das muss wohl an der Flüchtlingskrise liegen. Seit hunderttausende Syrer, Iraker und andere Migranten von der Türkei über die Ägäis nach Griechenland und dann über die Balkanroute nach Deutschland gelangt sind, nimmt Erdogans Reich plötzlich eine strategische Schlüsselrolle ein – jedenfalls aus Sicht der EU. Denn ohne oder gar gegen die Türkei, so der neue Brüsseler Konsens, lässt sich die humanitäre und politische Krise in Europa nicht mehr lösen.

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Medizin-Nobelpreis für Therapien gegen Parasiten

Bodenbakterien und ein chinesisches Heilkraut waren die Quellen für zwei bahnbrechende Medikamtente im Kampf gegen Parasiten. © Nobel Assembly / Karolinska Institutet
Gegen Rundwürmer und Malaria: Der Medizin-Nobelpreis geht an die Entdecker von bahnbrechenden Medikamenten gegen Parasiten. Zur Hälfte geht der Preis an den Iren William C. Campbell und den Japaner Satoshi Ōmura für die Entwicklung des Mittels Avermectine gegen die von Fadenwürmern ausgelöste Flussblindheit. Die andere Hälfte des Medizin-Nobelpreises erhält die Chinesin Youyou Tu, die anhand eines 700 Jahre alten Rezeptes ein wichtiges Medikament gegen Malaria entdeckte.

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Von Mücken übertragene Parasiten plagen die Menschheit schon seit Jahrhunderten. Zu den bekanntesten und berüchtigtsten Krankheiten dieser Art gehört die von Einzellern ausgelöste Malaria. Ebenfalls weit verbreitete parasitische Erreger sind verschiedene Fadenwürmer: Befallen sie das Lymphsystem, so schwellen meist die Beine an und es entsteht die unangenehme und stigmatisierende Elephantiasis. In den Augen können solche Würmer die sogenannte Flussblindheit verursachen.

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