NSU-Prozess: Opfer „Meral Keskin“ existiert nicht


Bisher war man von 22 Menschen Verletzten beim Anschlag in der Keupstraße ausgegangen. – Foto: dpa
Es hieß, sie sei beim Nagelbombenanschlag verletzt worden. Doch jetzt scheint klar zu sein: Das NSU-Opfer „Meral Keskin“ war frei erfunden.

Von Frank Jansen|DER TAGESSPIEGEL

Der NSU-Prozess am Oberlandesgericht München wird von einer Affäre um ein erfundenes Opfer belastet. Eine „Meral Keskin“, die beim Nagelbombenanschlag der Terrorzelle in der Kölner Keupstraße verwundet worden sein soll, gebe es nicht, hieß es am Montag in Münchner Justizkreisen. Bei der Tat am 9. Juni 2004 in dem türkisch dominierten Viertel hatten mehr als 20 Menschen zum Teil schwere Verletzungen erlitten.

Dem Gericht nannte der Anwalt Ralph Willms eine Mandantin „Meral Keskin“. Der 6. Strafsenat ließ die Nebenklage zu. Im Namen von Willms hat jedoch am Freitag ein Anwalt mitgeteilt, dass die Frau „wahrscheinlich überhaupt nicht existent ist“. Willms behauptet, er sei von einem realen Opfer des Anschlags, Atilla Ö., getäuscht worden und habe Anzeige gegen den Mann erstattet.

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