Fünf Euro für eine Cola: Das Geschäft mit den Flüchtlingen


Flüchtlinge in Italien © Vito Manzari @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Mindestens 5.000 Euro hat Momiac Allouji für Schlepper bezahlt, um bis nach Serbien zu kommen. Die Schleuser sind aber längst nicht die einzigen, die versuchen aus der Lage der Flüchtlinge Profit zu schlagen.

Von Corinna Buschow|MiGAZIN

Fünf Euro für eine Cola – Momiac Allouji winkt verständnislos ab. Der Händler im Flüchtlingsdurchgangslager im serbischen Presevo zieht weiter. Seit gut einer Woche ist der 51-jährige Allouji auf der Flucht aus seiner Heimatstadt Damaskus. In spätestens fünf Tagen will er mit seinem 17-jährigen Sohn und seiner 14-jährigen Tochter in Düsseldorf sein. Mindestens 5.000 Euro, erzählt er, hat er für Schlepper bezahlt, um bis hierher zu kommen. Die Schleuser sind aber längst nicht mehr die einzigen, die versuchen aus der Lage der Flüchtlinge Profit zu schlagen.

Seit Wochen kommen täglich mehrere Tausend Flüchtlinge über die Westbalkanroute ins zentrale Europa. Sie durchqueren Länder mit schwacher Wirtschaft, die in den Asylsuchenden auch eine Einnahmequelle sehen. Reeder, die Flüchtlinge von den griechischen Inseln aufs Festland bringen, passen ihre Preise der Nachfrage an. Zwischen 40 und 75 Euro koste eine Überfahrt, je nach Andrang, berichten Flüchtlinge in den Durchgangslagern. In Mazedonien ist der Bahnpreis explodiert. Vier Euro kostete vor einigen Monaten die Durchfahrt von der griechischen zur mazedonischen Grenze. Dann waren es zehn, jetzt sind es 25 Euro, berichten Flüchtlingsaktivisten vor Ort.

weiterlesen