Flüchtlinge: Durch die evangelikale Welt geht ein Bruch


v.l.: Der Präsident der Europäischen Evangelischen Allianz, Frank Hinkelmann, und Generalsekretär Thomas Bucher. Foto: idea/Rösler
Wie sollen evangelikale Christen auf die Flüchtlingsströme in Europa reagieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Generalversammlung der Europäischen Evangelischen Allianz (EEA), die vom 5. bis 8. Oktober in Schwäbisch Gmünd tagte.

idea.de

Die Allianz vertritt nach eigenen Angaben 15 Millionen theologisch konservative Christen in 35 Ländern Europas. Nach den Worten von Präsident Frank Hinkelmann (Petzenkirchen/Österreich) geht ein Bruch durch die evangelikale Welt: Viele Gemeinden und Christen starteten Hilfsaktionen, während andere zurückhaltend bis ablehnend auf die Flüchtlingsströme reagierten, sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Diese Skepsis könne überwunden werden, „wenn der Flüchtling ein Gesicht bekommt“. Dafür seien Begegnungen nötig. Ähnlich äußerte sich auch der Generalsekretär, der Schweizer Thomas Bucher (Driebergen/Niederlande). „Wir müssen mit einer biblischen Theologie über Flüchtlinge theologisch dagegensteuern.“ Die Bibel rufe dazu auf, Schutzsuchende aufzunehmen. Die Theologie müsse durch Taten begleitet werden. Beispielsweise hätten 25 Prozent aller Einwohner der Schweiz einen ausländischen Pass. Doch 95 Prozent von ihnen seien noch nie in einen Schweizer Haushalt eingeladen worden: „Das muss sich ändern.“ Nach Ansicht von Hinkelmann und Bucher verlässt niemand freiwillig seine Heimat. Man wolle deshalb die Mitgliedsbünde der Allianz ermutigen, verstärkt den bedrängten Menschen auch in ihren Herkunftsländern zu helfen. Zusätzlich müsse die Friedens- und Versöhnungsarbeit ausgeweitet werden.

weiterlesen