EKD: An sprechende Schlangen glauben und Internet nutzen


Das Internet By Matt Britt CC-BY-2.5. en.wikimedia.org
Das Internet
By Matt Britt CC-BY-2.5.
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Die Evangelische Kirche in Deutschland nehme das Internet noch nicht als politischen Raum wahr, der gestaltet werden muss, sagt Ingo Dachwitz, Jungsynodaler der EKD. Das soll der Kongress der Evangelischen Jugend am 16. und 17. Oktober 2015 in Berlin ändern.

Von Lilith Becker|evangelisch.de

Worum geht es auf dem ersten Netzpolitischen Kongress der Evangelischen Jugend?

Ingo Dachwitz: Wir sind Teil der klassischen Zivilgesellschaft, die das Thema digitaler Wandel bisher kaum auf dem Schirm hat. Deshalb wollen wir das noch im Entstehen begriffene Politikfeld Netzpolitik überhaupt erstmal wahrnehmen. Sowohl aus einer Jugend- als auch aus einer kirchlichen Perspektive. Die Evangelische Jugend hat eine seit Jahrzehnten gewachsene Verbandsstruktur, die dazu dient, die Interessen junger Menschen in politische Prozesse einzuspielen, damit junge Menschen an der politischen Gestaltung unserer Gesellschaft beteiligt sind. Auf Grundlage des Kongresses wollen wir schauen, in welcher Form die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland das auch in Hinblick auf die politische Gestaltung des digitalen Wandels tun kann und will.

Hat die Evangelische Kirche es bisher versäumt, sich Gedanken über den digitalen Wandel zu machen?

Dachwitz: Ja. Wenn Kirche das Internet überhaupt wahrnimmt – wie zum Beispiel beim Schwerpunktthema der EKD Synode 2014 – dann nicht als politischen Raum, der gestaltet werden kann und muss. Deshalb ist der Kongress ein erster Schritt überhaupt wahrzunehmen, wie stark die Welt sich verändert. Und zu sehen: der digitale Wandel ist ein hochpolitisches Thema, die Veränderungen kommen nicht von allein, sondern werden auf ganz unterschiedliche Weise von unterschiedlichen Playern beeinflusst. Digitale Kommunikationstechnologie prägt unseren Alltag, unsere Kommunikation, unser Zusammenleben. Wie sie gestaltet ist, was mit ihr möglich und was verboten sein soll, dahinter stehen auch politische Aushandlungsprozesse. Netzpolitik ist im Kern eine Auseinandersetzung mit der Frage: In welcher Gesellschaft wollen wir Leben – und welche Regeln für die technische, wirtschaftliche und soziale Gestaltung brauchen wir?

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