Neutronenstrahlung gegen Antibiotikaresistenzen


Forschung im Dienste des Menschen: die Neutronenquelle des FRM-II. © Jens Kube/Welt der Physik
Medikamente ohne Wirkung: Weil Antibiotika häufig verschrieben werden, entwickeln sich immer mehr Resistenzen. Um das zu verhindern, nutzen Wissenschaftler die Neutronenstrahlung – ein Beispiel, wie wichtig globale Forschungsinfrastrukturen sind.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Jahrzehntelang waren Antibiotika das Medikament der Wahl. Doch der hohe Konsum von Antibiotika hat zur Ausbildung von Resistenzen geführt – es haben sich Bakterienstämme entwickelt, die so widerstandsfähig gegen verabreichte Medikamente sind, dass sie wirkungslos bleiben.

Enzym als Ursache für Resistenzen

Ursache für die Resistenz gegen Antibiotika ist ein Enzym, mit dem es den Bakterien gelingt, den Wirkstoff des Antibiotikums zu verringern. Um den gefürchteten Antibiotikaresistenzen entgegenzuwirken, versuchen Wissenschaftler, die genaue chemische Wirkung des Enzyms zu verstehen.

Dazu nutzen die Wissenschaftler die sogenannte Neutronenstreuung. Mit Neutronen, den ungeladenen Bausteinen der Atomkerne, ist es besonders gut möglich, die Position von Wasserstoffatomen in Molekülen zu bestimmen. So ist es den Wissenschaftlern gelungen, mehr über die Bauweise des Enzyms herauszufinden, das die Resistenz verursacht. Im nächsten Schritt soll nun ein Antibiotikum entwickelt werden, das nicht mehr durch das Enzym zerstört wird.

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