Out of Afrika und zurück


Eingang der Mota-Höhle auf 1.963 Meter im äthiopischen Hochland, aus der die Knochen stammen, aus denen die 4.500 Jahre alte DNS-Probe extrahiert wurde. Bild: Kathryn und John Arthur
Die Entzifferung des Erbguts eines vor 4.500 Jahren verstorbenen Afrikaners beweist, dass es eine große Auswanderungswelle von Eurasien nach Afrika gab

Von Andrea Naica-Loebell|TELEPOLIS

Die Paläogenetiker werden immer besser, sie sequenzieren die Genome unserer längst verstorbenen Vorfahren und ergänzen dadurch den Stammbaum aller heute lebender Menschen. Bislang analysierten sie das Erbgut von Neandertalern und frühen Homo Sapiens aus Europa und Asien (Frühmenschlicher Sex-Reigen), das des Denisova-Menschen (Urahnen-Gene) aus Sibirien und dasjenige von den ersten Indianern Nordamerikas, die der Clovis-Kultur angehörten (Die Eroberung Amerikas). Zunehmend zeigte sich, dass es viele verschiedene Menschenformen gab – und dass sie sich alle miteinander vermischt haben.

Aus uralten Knochen ziehen die Wissenschaftler die entsprechenden DNS-Proben, die gut genug erhalten sein müssen, um ausreichend Material für das aufwendige Verfahren einer Sequenzierung des Genoms zu gewinnen. Das war bisher nur in kühleren Regionen gelungen, im warmen und feuchten Klima Afrikas zersetzt sich das Erbgut in den Fossilien zu sehr.

Deshalb hat es gedauert bis nun in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science die erste Sequenzierung eines Genoms aus dem alten Afrika gemeldet wird. Einer internationalen Forschergruppe um Marcos Gallego Llorente von der University of Cambridge in Cambridge und Eppie R. Jones vom Trinity College Dublin gelang der Durchbruch.

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