Syrien: Golfstaaten rüsten dschihadistische Milizen auf


Ahrar al-Sham; Propagandamaterial. Bild. heise.de
Als Reaktion auf die russischen Luftangriffe liefert Saudi-Arabien mehr Waffen an die Gegner der Regierung Baschar al-Assad

Von Thomas Pany|TELEPOLIS

Nach Informationen der BBC, die sich dabei auf Aussagen eines ungenannten saudi-arabischen Regierungsvertreters stützt, will das Königreich die Unterstützung dreier syrischer Milizen-Allianzen ausbauen, die Gegner der Regierung in Damaskus sind und infolgedessen auch Ziel russischer Luftangriffe.

Welche „modernen, schlagkräftigen Waffen“ nun in größeren Mengen geliefert werden sollen, darüber erfährt man nichts Konkretes oder Verlässliches im BBC-Bericht, außer dem üblichen Hinweis auf gelenkte Panzerabwehrwaffen und die Andeutung, dass auch die Lieferung von Flugabwehrraketen nicht ausgeschlossen werde.

Gegen die Weitergabe dieser Waffen gibt es im westlichen-arabischen Lager (USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien, Katar, Türkei u.a.) Vorbehalte, weil sich immer wieder zeigt, dass gelieferte Waffen schließlich bei der al-Nusra-Front oder auch bei IS-Milizen landen.

Dass der saudi-arabische Regierungsvertreter gegenüber der BBC ein größeres, mögliches Liefer-Arsenal andeutet, gehört gewissermaßen zur begleitenden PSYOP. In den Ankündigungen eingebettet ist die Drohung oder deren Beschwörung, dass Syrien zum nächsten Afghanistan für die russische Führung werden könnte. Dass man diese Eskalation selbst betreibt, wird allerdings von Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten nicht eingestanden.

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